Filmkritik

GALLOWS zelebriert erneut den Unsinn des Found Footage Horrors

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THE GALLOWS oder zu gut deutsch GALLOWS – JEDE SCHULE HAT EIN GEHEIMNIS (WTF?!) ist ein weiterer Beitrag zum Horror Genre des Found Footage, dieses Mal von dem Regie-Duo Travis Cluff und Chris Looping.

Der Film steigt mit einer Aufnahme einer alten Super 8 Kamera ein, die das Theaterstück THE GALLOWS einer amerikanischen High School filmt. Allerdings ereignet sich bei der Aufführung dieses Stücks ein tragischer Unfall, eines der Kinder, der Hauptdarsteller, kommt auf mysteriöse Weise ums Leben, wird am Galgen aufgegangen.

The Gallows

20 Jahre später wird dasselbe Stück immer noch an derselben Schule aufgeführt. Die Kids haben allerdings keinen Bock mehr auf Schauspielerei, brechen deshalb in finsterer Nacht in ihre Schule ein um das Set zu zerstören und so der Theateraufführung zu entgehen. Sie können aber nicht den unheimlichen Dingen entgehen, die nachts in der Schule vor sich gehen.

Viel unheimlicher als die übernatürlichen Horror-Ereignisse ist, dass die Teenies gar nicht in die Schule einbrechen müssen, denn diese verfügt über eine kaputte Tür, durch die man Tag ein, Tag aus – und eben auch inmitten der Nacht – in die Schule hineingelangen kann. Offenbar fühlt sich der hiesige Hausmeister und die Schulverwaltung nicht dazu verpflichtet, die Tür zu reparieren oder schlicht ein Vorhängeschloss zu nutzen, um die Schule abzusichern. Scary.

Seien wir doch mal ehrlich. Found Footage, als Genre, so wie es von Hollywood als Billig-Fließbandware produziert und verbreitet wird, gehört selbst zum Opfer irgendeines übernatürlichen Killers gemacht. Found Footage ist das am schlampigsten inszenierte Genre, Filmfehler garantiert, vielleicht auch eher Filmblödsinn.

Man kann sich gar nicht vorstellen, dass die jeweiligen Filmemacher der inzwischen viel zu vielen Found Footage Filmen sich so wenig Gedanken über ihre Filme machen, dass so viele Fehler innerhalb Story und Inszenierungen auftauchen, wie es bei jedem neuen Film des Genres der Fall ist. Dementsprechend muss es eher die Blödsinnigkeit der Sache an sich sein, Filmemacher die sich nicht großartig für ihr Produkt interessieren, sondern es vermutlich nur für ein Studio schnell nebenher realisieren, damit sie an ein anderes, besseres Projekt herangelassen werden.

The Gallows

Das würde zumindest erklären, weshalb die Figuren in THE GALLOWS so unfassbar grausam konzipiert sind. Kein gesunder Verstand kann Hauptfiguren entwickeln, die aus brachialen Schul-Bullies und Cheerleader-Bitches bestehen – ein unsympathisches Pack, mit denen wir garantiert nicht mitfühlen, wenn sie ihn Bedrohung geraten.

Aber davon sehen wir letztendlich ohnehin nicht allzu viel. Die Kamera – ebenso recht Found Footage typisch – wackelt wild umher, verliert sich in der schwarzen Finsternis, in der wir allenfalls die wimmernden Gesichter der Hauptdarsteller sehen dürfen. Die einfachste Variante Atmosphäre zu killen, ist gar nicht erst die Umwelt der Figuren zu zeigen, in der sie sich bewegen.

Wir schauen einfach 80 Minuten lang in die Gesichter dieser Mädchen und Jungs, die mehr Zeit damit verbringen zu jammern, winseln und unverständlich verheult Dinge zu kreischen, als irgendwelche Drehbuchzeilen aufzusagen. Vermutlich ein Mittel, um das Auswendiglernen zu umgehen und das schauspielerische Unvermögen zu kaschieren.

The Gallows

Und dabei weiß THE GALLOWS eine wunderbare Idee auf. Das Setting in der Schule, bei Nacht noch viel unheimlicher als am Tage, die Theaterbühne und der Backstage-Bereich mit seinen Holzaufbauten – all das ist klassisches und vor allem gutes Horrorfilm Material, das hier tatsächlich mit allen Mitteln des Found Footage Genres zu Nichte gemacht wird.

The Gallows

GALLOWS – JEDE SCHULE HAT EIN GEHEIMNIS

Darsteller: Reese Mishler, Pfeifer Brown, Ryan Shoos, Cassidy Gifford, Travis Cluff, Price T. Morgan
Regie: Travis Cluff & Chris Lofing
Länge: 81 Min
Kinostart: 27. August 2015
Bilder © Warner Bros.

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