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Fright Night (1985)

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Es hat 16 Jahre gedauert bis der Werbefilmer Craig Gillespie seinen ersten Spielfilm inszenieren durfte. Mit ‚Lars und die Frauen‘ debütierte der Australier vor vier Jahren, widmete sich im Anschluss aber wieder dem Fernsehkosmos rund um die Serien ‚Taras Welten‘ – mit Steven Spielberg und ‚Juno‘-Drehbuchautorin Diablo Cody als ausführende Produzenten – und ‚My Generation‘. 26 Jahre hat es gedauert, bis sich die Traumfabrik Hollywood, dank dem von der ‚Twilight‘-Saga heraufbeschworenen Vampir-Hype, um ein Remake der 1985er Horrorkomödie ‚Fright Night‘ bemüht hat. Der hierzulande unter dem Titel ‚Die rabenschwarze Nacht‘ veröffentlichte Film wird in dieser Woche seine Neuauflage erfahren: Mit Colin Farrell als Nachbarschaftsvampir, der seiner Gattung wieder Ehre einbringt, statt glitzernd im Sonnenlicht zu stehen.

Der Vorgänger von Craig Gillespie war Tom Holland, der die 1985er Version inszenierte. Dieser bekam für sein Drehbuch zu ‚Die rabenschwarze Nacht‘ den Saturn Award von der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horrorfilms verliehen – der Film wurde außerdem als bester Horrorfilm des Jahres 1985 ausgezeichnet und “Vampirkiller Peter Vincent” Roddy McDowell bekam den Award als bester Nebendarsteller. Holland selbst blieb nach diesem Erfolg dem Genre treu. Dabei zahlte es sich aus, dass er ein guter Freund von Schriftsteller Stephen King war. Die enge Freundschaft der beiden Männer führte zu zwei Drehbüchern von Holland für Verfilmungen der King-Geschichten ‚Thinner – Der Fluch‘ und ‚Langoliers‘. In der 1994er Miniserie ‚The Stand‘, deren Erstausstrahlung in Deutschland auf dem Sender RTL2 erfolgte, übernahmen Stephen King und Tom Holland gemeinsam Nebenrollen vor der Kamera.

Roddy McDowell als Vampirkiller Peter Vincent

Dass man den für seine Darstellung mit einem Saturn Award ausgezeichneten Schauspieler Roddy McDowell gewinnen konnte, war ein Glücksgriff für Holland. Der im Oktober 1998 verstorbene McDowell wurde durch seine Rolle als Affe Caesar in den Original ‚Planet der Affen‘-Verfilmungen und der dazugehörigen Fernsehserie bekannt. Eine seiner letzten Arbeiten war eine Synchronisationsrolle in Pixar Animations ‚Das große Krabbeln‘. Seine Figur in ‚Fright Night‘ – Peter Vincent, Vampire Killer – ist als Hommage an zwei Ikonen des Horrorfilms angelegt: Zum einen an den britischen Schauspieler Peter Cushing, der 1958 als Dr. Van Helsing gegen „Dracula“-Christopher Lee antreten musste und zum anderen an Vincent Price, einem Mann, der von den 30er Jahren an (‚Der Henker von London‘) bis in die 90er Jahre (‚Edward mit den Scherenhänden‘) dem Horrorfilm-Genre treu ergeben blieb. Auch die übrigen Rollen wurden von heute nicht unbekannten Gesichtern verkörpert, obgleich ihre Karrieren damals noch nicht ganz so weit fortgeschritten waren. Erst zwei Jahre nach ihrer Teenager Rolle in ‚Fright Night‘ wurde Amanda Bearse dem breiten Publikum als nervende Nachbarin Marcy D’Arcy – oder später Marcy Rhoades – bekannt gemacht, wo sie der Familie Bundy, allen voran Familienoberhaupt Ed O’Neill, in der Fernsehcomedy ‚Eine schrecklich nette Familie‘ das Leben zur Hölle machte. Als Vampir aus der Nachbarschaft ist Chris Sarandon zu sehen, inzwischen Ex-Ehemann von Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon, der in Henry Selicks ‚A Nightmare Before Christmas‘ die Hauptfigur Jack Skellington, den König von Halloween, sprechen durfte. Die damalige Hauptrolle ging aber an William Ragsdale, der Charlie Brewster, einen begeisterten Horrorfilmfreak spielte. Seinen Einstand in das Filmbusiness feierte Ragsdale sechs Jahre zuvor, als er 1979 in ‚Screams Of A Winter Night‘ in einer namenlosen Rolle zu sehen war. Auch nach ‚Fright Night‘ hatte er keine größeren Engagements mehr. Er schlug sich mit Nebenrollen sowohl im Film als auch Fernsehen durch, zuletzt in der von dem Sender FX produzierten Serie ‚Justified‘.

Chris Sarandon als Vampir Jerry Dandrige

Obwohl ‚Die rabenschwarze Nacht‘ als trashiger Horrorfilm daherkommt, der mit herkömmlichen Genremotiven arbeitet – die Musik, die einen Schockmoment ankündigt, der Bösewicht, der sich hinter der Tür verbirgt, die Frau in der Opferrolle – schafft es Tom Holland mit dem Film auch heute noch spannende Filmabende zu ermöglichen. Vielleicht ist es das Zusammenwirken von Regisseur und Schauspielern, was den Film so unterhaltsam macht. Vielleicht waren es aber auch die Spezialeffekte. Mit Richard Edlund hatte man sich einen Spezialisten auf diesem Gebiet ins Boot geholt. Als Mitbegründer der Effektschmiede Industrial Light & Magic, die er 1983 verließ um seine eigene Firma zu gründen, hatte man immerhin einen mehrfachen Oscar-Gewinner (‚Krieg der Sterne‘, 1977 und ‚Jäger des verlorenen Schatzes‘, 1981) an das Projekt gebunden. Aber ‚Fright Night‘ musste sich auch gegen harsche Kritik wehren: Die New York Times schrieb, der Film sei niemals wirklich komisch und die Horrorakzente wären eher ekelhaft als gruselig. Trotzdem spielte der Film bei damaligen Produktionskosten in Höhe von knapp neun Millionen US-Dollar fast das Dreifache seiner Kosten wieder ein. Zwei Jahre nach dem Originalfilm wurde eine Fortsetzung veröffentlicht, die unter dem Titel ‚Mein Nachbar, der Vampir‘ in die Kinos kam. Unter der Regie von Tommy Lee Wallace (‚Halloween 3‘ und später der Fernsehfilm ‚Stephen Kings Es‘) kehrten William Ragsdale als Charlie Brewster und Roddy McDowall in der Rolle des Peter Vincent zurück.

Am 6. Oktober 2011 kommt die Neuverfilmung von ‚Fright Night‘ in die deutschen Kinos. Die Hauptrolle des Charley Brewster geht hier an ‚Star Trek‘-Darsteller Anton Yelchin, dessen Mutter Jane Brewster von Toni Collette – Hauptdarstellerin aus ‚Taras Welten‘ – gespielt wird. Als böswilliger Vampir aus der Nachbarschaft ist hier Colin Farrell (‚Kill The Boss‘) zu sehen, der wiederum von dem ehemaligen ‚Doctor Who‘-Darsteller David Tennant in der Rolle eines modernisierten Peter Vincent gejagt wird. Außerdem mit dabei: Imogen Poots (‚Ich & Orson Welles‘) und Christohper Mintz-Plasse (‚Kick-Ass‘). Chris Sarandon wird für einen Gastauftritt zu der 3D-Neuverfilmung von ‚Fright Night‘ zurückkehren.

Denis Sasse

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