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Filme ohne Farbe: “Casablanca” (1942) mit Humphrey Bogart & Ingrid Bergman

Rick Blaine schaut der schönen Ilsa Lund tief in die Augen. “Here’s looking at you, kid”. Ihr Blick trifft seinen. Einen kurzen Augenblick glauben wir an einen Kuß, der nicht kommen wird. Diese beiden können nur noch in Erinnerungen schwelgen. “We’ll always have Paris”. Dann verschwindet diese Frau mit einem anderen Mann. Sie verlässt Casablanca, wie auch der Titel der 1942er Romanze von Regisseur Michael Curtiz (Solange ein Herz schlägt, Die Abenteuer des Robin Hood) ist.

Casablanca spielt während des Zweiten Weltkriegs und erzählt von dem Amerikaner Rick Blaine (Humphrey Bogart), der sich ein Leben in der marokkanischen Stadt aufgebaut hat. Während er die Geschäfte seines Nachtclubs leitet, holt ihn jedoch seine Vergangenheit wieder ein, als auf einmal seine verflossene Liebe Ilsa (Ingrid Bergman) mit ihrem Ehemann Victor (Paul Henreich) bei ihm auftaucht. Von seiner alten Liebe getrieben, entschließt sich Rick, dem Helden der französischen Revolution und “seinem alten Mädchen” dabei zu helfen, aus der Stadt nach Portugal zu fliehen um von dort den Kampf gegen die Nazis fortzusetzen.

Der Film basiert dabei auf dem unveröffentlichten Theaterstück “Everybody Comes to Rick’s” von Murray Burnett und Joan Alison. Neben den drei Hauptdarstellern Bogard, Bergman und Henreich sind außerdem Claude Rains (Lawrence von Arabien) und Peter Lorre (M – Eine Stadt sucht einen Mörder) zu sehen.

Casablanca
Humphrey Bogart in “Casablanca”

Allein wie viel erinnerungswürdige Zitate und Momente aus Casablanca stammen, zeigt doch, wie sehr sich dieser Film in das Bewusstsein des Kinos eingebrannt hat. Ob Bogarts Worte, wenn er mit Ingrid Bergman die letzten Momente am Flughafen der Stadt verbringt und ihr in die Augen schaut und an Paris erinnert – oder ob er später zu den von Claude Rains verkörperten Captain Louis Renaut meint: “Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship.”

Dann wäre da natürlich ebenso Bergmans Aufforderung: “Play it again, Sam”, woraufhin dieser – gespielt von Dooley Wilson – den 1931er Song “As Time Goes By” von Herman Hupfeld anstimmt, der durch Casablanca seine Berühmtheit erlangte. Michael Curtiz’ Film ist eines dieser Werke, das immer und immer wieder irgendwo auftaucht, weil es sich als immens zitierfähig etabliert hat.

Casablanca ist mit seiner Cast natürlich absolut High Profile, aber wurde seinerzeit dennoch mit einem knappen Budget und nur geringen Erwartungen von Warner Bros. veröffentlicht. Man hätte sich nicht zu träumen gewagt, dass diese Geschichte von Opferbereitschaft für eine größere Sache zu einem solchen Erfolg führen würde. Aber Humphrey Bogart spielt den zwischen Liebe und Pflicht zerrissenen Mann einfach zu mitreißend, als dass der Film uns nicht in seinen Bann ziehen könnte.

Casablanca
Ingrid Bergman in “Casablanca”

Immerhin geht es um die Liebe und den Krieg. Um das Herz und die Nazis. Um das eigene Wohlergehen und das Wohl von vielen Menschen. Und ganz nebenher noch um eine ungewöhnliche Männerfreundschaft, die eigentlich nicht existieren sollte, aber durch die Taten eines Mannes nur umso fester zusammengeschweißt wird.

Wie es so oft passiert, wenn Nazis im Spiel sind, gibt es keine wirklich bösen Figuren. Das Nazi-Regime schwebt als Bedrohung über allem und erschafft so zwar Spione, Diebe und Mörder, die hier in Casablanca aber alle mit guten Intentionen wirken, am Ende sogar reingewaschen werden, auch wenn sie Mord begehen und diesen gar vertuscht bekommen.

Hinzu kommen die Schattenspiele, die an das Film Noir Genre erinnern und perfekt zum Einsatz gebracht wurden und Rick’s Cafe als Haupt-Location, in der man sich nur zu gerne selbst einmal einen Abend gönnen würde. Überhaupt ist Casablanca wundervoll anzuschauen. Ob nun das Cafe, die Straßen der Stadt oder Erinnerungen zurück an ein Leben in Paris – dieser Film hält allerhand hübscher Ortschaften bereit, an denen sich die großartig spielenden Darsteller ausleben dürfen.

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