Filme ohne Farbe

Filme ohne Farbe: “12 Uhr Mittags” (1952) mit Gary Cooper

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Mit seiner Rolle in 12 Uhr Mittags gilt Schauspieler Gary Cooper als einer der coolsten Western-Helden der Filmgeschichte. Kein Wunder. Er lässt seine Frau (Grace Kelly) mehr oder minder links liegen um eine Stadt zu verteidigen, die sich eher gegen ihn stellt, als dass sie ihn unterstützen würde. Dennoch zieht der Lonesome Cowboy gegen seinen ärgsten Widersacher Frank Miller (Ian MacDonald) in das Duell um High Noon.

Der Film ist unter der Regie von Fred Zinnemann (Der Schakal, 1973) entstanden, der nach einem Drehbuch von Carl Foreman arbeitete, das wiederum auf einer Magazin-Story von John W. Cunningham basierte, die unter dem Titel “The Tin Star” veröffentlicht wurde. In der Hauptrolle ist Gary Cooper (Wem die Stunde schlägt) zu sehen. An seiner Seite spielen Grace Kelly (Das Fenster zum Hof), Lloyd Bridges (Hot Shots) und Ian MacDonald (Johnny Guitar).

12 Uhr Mittags

Gary Cooper mit Grace Kelly in “12 Uhr Mittags”

Die Story, die in Echtzeit erzählt wird, handelt von Marshall Will Kane, der frisch verheiratet seinen Job als Hüter einer kleinen Westernstadt an den Nagel hängen will. Dann kündigt sich aber sein Erzfeind Frank Miller an, der auf Rache sinnt. Es soll zum Duell um 12 Uhr mittags kommen. Während Kane seine Flitterwochen kurzerhand absagt, versucht er verzweifelt Unterstützung in der Stadt zu finden. Aber die Bewohner glauben, dass der Marshall lieber das Weite suchen sollte.

Vor allem der Echtzeit-Aspekt der Handlung trägt eine Menge zur Spannung und Dynamik der Erzählung bei. Immer wieder wird irgendwo eine Uhr eingeblendet oder es fallen Sätze wie “Ich bin in zehn Minuten wieder da”, “Die Zeit wird langsam knapp”. Damit fühlen wir das Duell auf uns zu schleichen. Mit jeder Minute steigt die Verzweiflung aller Beteiligten, was bei der Ankunft von Frank Miller und seinen Männern wohl geschehen wird.

Derweil spielt sich Gary Cooper als perfekter Westernheld auf. Er verteidigt eine Stadt, die nicht wirklich hinter ihm steht. Er lässt eine Frau links liegen, die er zwar liebt und gerade erst geheiratet hat, nimmt aber seine Aufgabe als Beschützer der Stadt so ernst, dass er gerade keine Zeit für Liebesangelegenheiten finden kann.

12 Uhr Mittags

Der junge Lloyd Bridges

Die Zeit bis zum Duell verbringt der Film an diversen kleinen Nebenschauplätzen. Es gibt eine Dame (Katy Jurado), die sowohl mit dem Marshall als auch mit Frank Miller in Zusammenhang zu stehen scheint.

Und dann wäre da noch der junge Draufgänger Harvey Pell (Lloyd Bridges), der nur zu gerne die Nachfolge des Marshalls antreten würde, aber von allen Seiten zu hören bekommt, er solle erst einmal erwachsen werden, was ihn zur Weißglut treibt.

Das reicht gänzlich aus um die Handlung gleich in mehreren Richtungen spannend zu halten und uns als Zuschauern die Zeit bis zur großen Schießerei zu vertreiben. Die Hauptfiguren werden beleuchtet, ihre Intentionen dargestellt und die jeweiligen Darsteller und Darstellerinnen finden genau das richtige Spiel um uns an sie zu fesseln.

Am Ende hat 12 Uhr Mittags dann die Geschichte eines kleinen “Tin Stars” erzählt, des Stern-Abzeichens des Marshals und welche Verantwortungen ein Mann mit diesem Symbol übertragen bekommt. Da ist man nur zu froh, wenn man das Teil endlich in den Dreck werfen und in den Sonnenuntergang reiten darf.

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