In Duell übernimmt Dennis Weaver die Hauptrolle für den debütierenden Regisseur Steven Spielberg. Er spielt David Mann, der in seinem kleinen Stadtwagen auf einer Landstraße unterwegs ist, wo er von einem gigantischen Truck bedrängt wird. Das Straßenduell mit dem dreckigen und finsteren Ungetüm wurde von Spielberg unfassbar schweißtreibend inszeniert.

Dieses Duell ist sichtlich an das biblische Aufeinandertreffen von David und Goliath angelehnt. Nicht umsonst muss sich dieser David gegen einen rauen Giganten der Straße zur Wehr setzen und sich somit als Mann beweisen. Den gegnerischen Fahrer bekommen wir nie zu Gesicht, nur einmal erblicken wir seine Cowboy-Stiefel, durch die Spielberg ebenso das High Noon-Duell zweier Wild West-Helden zitiert.

Spielbergs Spannungskurve

Dabei setzt Spielberg die Spannungskurve direkt hoch an, steigert sie aber trotzdem noch weiter: Von simplen Überholaktionen, über Ausbremsattacaken und Rammangriffen, bis hin zu gefährlichen Manövern, bei denen David Mann von der Straße gedrängt oder vor einen Zug geschoben werden soll.

Da ist es nur wenig verwunderlich, dass David Mann bald von purer Paranoia verfolgt wird. Ein Highlight des Films schickt ihn in eine Raststätte, wo er glaubt den Truckfahrer zu sehen. Schon bald dreht er sich wild im Kreis, schaut sich in Panik um und führt ein irres Gespräch mit sich selbst, bei dem er Vermutungen über seinen Verfolger anstellt. Dann nähert er sich anderen Gästen, beschimpft und beschuldigt sie, während ihm der Schweiß von der Stirn läuft. Hier ist nicht nur die Spannung ganz weit oben sondern auch die Qualität des Schauspiels von Dennis Weaver.

Duell ist ein wahrer Thrill-Ride mit dem sich ein junger Steven Spielberg für die große Leinwand empfohlen hat. Er zeigt, wie man mit wenigen Mitteln und eigentlich nur einem Schauspieler eine absolut fesselnde Geschichte erzählen kann. Ganz ohne große Effekthaschereien.

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