Filmkritik

“Dinner für Spinner” von Jay Roach

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‚Le Dîner de Cons’ ist eine französische Komödie aus dem Jahr 1998, die von dem Regisseur Francis Veber (‚Jaguar’, ‚Ruby & Quentin’) realisiert wurde. Im September 2010 startete die US-Neuauflage in den deutschen Kinos. In ‚Dinner für Spinner’ spielen Steve Carell und Paul Rudd bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera und lassen sich hierbei von Regisseur Jay Roach (‚Austin Powers’) durch die Screwball-Komödie lenken. Am 10. Februar 2011 erscheint der Film auf DVD und Blu-Ray.

In der amerikanischen Version der Komödie geht es um den aufstrebenden Manager Tim, der gerade seine erste Einladung zum so genannten ‚Dinner für Spinner’ erhalten hat. Dabei handelt es sich um einen monatlichen Event seines Chefs, bei dem man sich Pluspunkte und andere Vorteile verschaffen kann, indem man mit dem größten Idioten auftaucht. Tims Verlobte Julie ist entsetzt und findet die Idee geschmacklos. Also ist Tim entschlossen, das Abendessen abzusagen. Doch dann lernt er Barry kennen, einen Angestellten der Steuerbehörde, der in seiner Freizeit ausgeklügelte Schaukästen mit ausgestopften Mäusen bastelt. Sofort ist ihm bewusst, dass er einen Volltreffer gelandet hat. Tim lädt Barry als Gast zum Dinner für Spinner ein und löst damit eine Kette von Ereignissen aus, die sein Leben auf den Kopf stellen.

Ein auf den Kopf gestelltes Leben, das an die gute alte Filmform der Screwball-Komödie erinnert. Mal abgesehen davon, dass diese in den 30er und 40er Jahren durch den verbalen Schlagabtausch zwischen den Geschlechtern charakterisiert wurde, schaffen es Paul Rudd und Steve Carell als männliches Duo, diese Form der Komödie in das 21. Jahrhundert zu übertragen. Die Chemie stimmt zwischen den beiden Protagonisten, die bereits in ‚Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy’ oder ‚Jungfrau (40), männlich, sucht…’ gemeinsam vor der Kamera standen.

Paul Rudd & Steve Carell

Und in ‚Dinner für Spinner’ steckt dieses Mal mehr Substanz als in den vorherigen Kollaborationen der beiden Schauspieler. Es gelingt dem Film die vermeintlichen Spinner als talentierte Menschen darzustellen, ohne sie übermäßig durch den Kakao zu ziehen. Auch muss man ein Auge darauf haben, dass auch außerhalb des Dinners die Welt durch Spinner bevölkert wird. Ganz normale Menschen werden überspitzt mit all ihren Psychosen und Eigenarten dargestellt, so das am Ende das besagte Dinner gar nicht mehr so abstrus zu wirken scheint, was dann auch Filmfigur Tim feststellen muss. Wenn man dann noch die Hintergründe von Barrys merkwürdigem Hobby vermittelt bekommt, driftet die Komödie liebevoll in eine kurze Traurigkeit ab, die aufzeigt das der Regisseur hier nicht einfach Gag an Gag reihen wollte.

Das eigentliche Dinner für Spinner ist dann gar nicht mehr so sehr der Mittelpunkt des Filmes. Aber hier bekommt der Zuschauer die Gelegenheit, einige talentierte Schauspieler in kleinen, verrückten Gastauftritten zu erleben. So geben sich der Brite Chris O’Dowd als blinder Fechtkünstler und Jeff Dunham als mit einer Bauchredner-Puppe verheirateter Ehemann die Ehre.

Auf der DVD befinden sich außerdem noch diverse sehenswerte Extras. In einem 15-minütigen Making-Of sprechen Darsteller und andere Crewmitglieder über die Entstehung der ‚Dinner für Spinner’-Neuauflage. Dass es bei Paul Rudd und Steve Carell nicht unüblich ist, dass am Set einige Fehler, die so genannten Bloppers, passieren, zeigt ein weiteres 8-minütiges Filmchen, in dem die schönsten Pannen vom Set präsentiert werden. Und zu guter Letzt bekommt man auch sechs Szenen zu sehen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben.

Mit ‚Dinner für Spinner’ wird der Beweis geliefert, dass eine französische Komödie erfolgreich amerikanisiert werden kann, ohne das sie an Charme und Liebe verliert. Den beiden Darstellern Paul Rudd und Steve Carell merkt man an, dass sie ein eingespieltes Team sind. Da die Komödie allerdings sehr stark von ihrem Wortwitz lebt, sollte man auf die englische Originalversion zurückgreifen um das volle Ausmaß an Komik mitzuerleben.

Denis Sasse

Dinner für Spinner

‚Dinner für Spinner’

Originaltitel: Dinner for Schmucks
Altersfreigabe: ab 12 Jahren
Produktionsland, Jahr: USA, 2010
Länge: ca. 109 Minuten
Regie: Jay Roach
Darsteller: Steve Carell, Paul Rudd, Zach Galifianakis, Ron Livingston, Chris O’Dowd, Jeff Dunham

‚Dinner für Spinner’ gibt es ab dem 10. Februar auf DVD und Blu-Ray’

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