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Die ewige Suche: DIE VERSUNKENE STADT Z

Wenn Die versunkene Stadt Z von Charlie Hunnam und Robert Pattinson gesucht wird, sollte man sich auf viele unspannende Expeditionen einlassen können.


Die versunkene Stadt Z

Die versunkene Stadt Z
Charlie Hunnam in “Die versunkene Stadt Z”

Stellt euch vor Indiana Jones würde zu einem seiner Abenteuer aufbrechen. Er würde sich auf die Suche nach der Bundeslade begeben, den Tempel des Todes erkunden oder den Heiligen Gral in seinen Besitz bringen wollen (den Alien-Kristallschädel ersparen wir uns hier jetzt mal). Aber alles was wir zu sehen bekommen, ist die Suche. Wie Indy orientierungslos durch einen Urwald irrt und nie an seinem Ziel ankommt. Wir müssen auf seine Konfrontationen mit Nazis und Kult-Anhängern verzichten, ebenso wie auf seinen markanten Sarkasmus. Willkommen zu Die versunkenen Stadt Z.

Nun muss auch nicht jeder Abenteuerfilm den Anspruch haben, sich mit Indy zu messen. Dennoch hat Regisseur James Gray (Helden der Nacht) hier eine reale Geschichte verwendet, die gerne einen stärkeren filmischen Spannungsbogen hätte bekommen können.

So sehen wir Charlie Hunnam als Percy Fawcett dabei zu, wie er seine Ehefrau Nina (eine wunderbare Sienna Miller) immer und immer wieder zurücklässt, seine Kinder nicht beim Aufwachsen sieht (darunter Spider-Man-Darsteller Tom Holland), um mit seinem guten Freund Henry Costin (Robert Pattinson) diese versunkene Stadt Z irgendwo im Amazonas ausfindig zu machen.

Wer hier dem Irrglauben erliegt, es handele sich wirklich um eine “versunkene” Stadt, der unterliegt lediglich dem Missgeschick der deutschen Übersetzung des Filmtitels, dessen Original lediglich auf eine “Lost City” hindeutet. Im wahren Leben glaubt man, Percy Fawcett habe sich auf der Suche nach der sagenumwobenen Goldstadt El Dorado befunden.

Insgesamt brechen wir mit Hunnam also dreimal auf um diese Stadt zu finden. Drei kleine Einzelgeschichten, fast schon episodenhaft miteinander verknüpft, erzählen von diesem Mann, der einfach nicht locker lassen kann.

Dabei kommt ihm zugute, dass er eine Ehefrau hat, die sein Vorhaben zwar nicht mit Begeisterung teilt, ihn aber durchaus unterstützt, später sogar auf eine seiner Expeditionen mitkommen will. Überhaupt vermittelt dieses Ehepaar einen unglaublich modernen Ton, der überhaupt nicht in die 1920er Jahre passt, in der die Handlung des Films angesiedelt ist.

Wenn man über Die versunkenen Stadt Z etwas Gutes sagen möchte, dann muss man seinen Blick auf einige Darsteller werfen: Charlie Hunnam, Robert Pattinson und Sienna Miller. Sie sind mit ihrem Spiel im falschen Film gefangen. Hätten sie eine bessere Story, ein mitreißendes Drehbuch an die Hand bekommen, würde man ihre Leistungen mehr in den Mittelpunkt stellen können.

So aber geht ihr Schauspiel leider etwas unter, was leider völlig zu Unrecht geschieht. Pattinson hat sich – ähnlich wie Kristen Stewart – seit seiner Abkehr vom Twilight-Franchise im Independent-Kino zu darstellerischer Größe gespielt. Sienna Miller ist die Supporting-Actress, auf die man immer zählen kann (Foxcatcher, American Sniper).

Aber Charlie Hunnam darf hier in einer Hauptrolle glänzen, die ihm mehr große Engagements in Hollywood bescheren sollte (wie zum Beispiel in Guy Ritchies King Arthur – Legend of the Sword). Was mit Pacific Rim noch nicht funktionieren wollte und ihn zurück zum Nebenrollen-Status schmetterte (wie in Crimson Peak), sollte ihn nun endgültig aus der Nische hervorholen.

Hunnam gelingt, was die Figur von Percy Facwett hier nötig hat: Wir müssen diesen Mann als realen Helden anerkennen, der sich mutig und tapfer durch den Urwald schlägt. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch eingestehen können, dass er dafür seine Familie im Stich lässt, dass er unmenschliche Opfer bringt, die ihn eigentlich höchst unsympathisch wirken lassen sollten. Aber am Ende haben wir ihn dann eben doch gern. Eine Ambivalenz, die schauspielerisch erst einmal gelingen muss.

Das rettet uns aber leider nicht vor 141 Minuten von immer demselben. So sehr uns Die versunkene Stadt Z hiermit vielleicht die zermürbende Lebensgeschichte eines Mannes aufzeigen möchte, so zermürbend gestaltet sich allenfalls das eigentliche Filmerlebnis.

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