Kinokritik

DIE SCHLÜMPFE – DAS VERLORENE DORF bringt endlich Frauen in die Schlumpf-Welt

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In ihrer frühesten Entstehungsgeschichte wurde die DC Comics-Heldin Wonder Woman – jüngst so bravourös von Gal Gadot gespielt – von ihrer Mutter Königin Hippolyta aus einem Stück Lehm geformt und dann zum Leben erweckt. Offenbar keine Seltenheit. Denn auch Schlumpfine, die einzige Frau in ihrem männlichen Schlumpfdorf wurde einst vom Lehmklumpen in einen lebenden Schlumpf verwandelt. Anders als ihre männlichen Artgenossen sagt ihr Name allerdings nichts über ihre Eigenschaften und Talente aus. Sie ist einfach nur Schlumpfine. Einfach nur eine Frau. Deshalb geht sie in Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf auf die Suche nach sich selbst. All Girl Power!

In dem Film von Regisseur Kelly Asbury (Spirit – Der wilde Mustang, Gnomeo & Julia, Shrek 2), der natürlich die Comics des britischen Künstlers Peyo als Vorlage nimmt, entdeckt Schlumpfine (Nora Tschirner) ein mysteriöses – verlorenes – Dorf im Verbotenen Wald. Aber nach einem ersten gefährlichen Ausflug gemeinsam mit Hefty (Rick Kavanian), Clumsy (Tim Oliver Schultz) und Schlaubi (Axel Stein), wird sie von Papa Schlumpf (Heiner Lauterbach) unter Hausarrest gestellt.

Die Schlumpf-Dame schleicht sich heimlich davon um das verlorene Dorf genauer unter die Lupe zu nehmen – nur macht sich auch der finsterer Zauberer Gargamel (Christoph Maria Herbst) mit seiner Katze Azrael auf den Weg, zu entdecken was auch immer dort verborgen liegt.

Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf

Schlumpfine macht sich auf den Weg um das verlorene Dorf zu finden.

Es tut den Schlümpfen gut gänzlich animiert in einer Peantus – Der Film-ähnlichen Stilistik daher zu kommen und sich von den unsäglichen CGI- Realfilm-Mischungen aus 2011 und 2013 loszusagen. Hierdurch fängt der Film viel mehr die schlumfige Atmosphäre ein, die schon die Zeichentrickserie ausmachte, die 1983 in deutscher Erstausstrahlung im ZDF zu sehen war.

Es gibt also keine merkwürdigen Dimensionstore mehr, die kleine Schlumpf-Wesen in unsere Realität bringen um mit Neil Patrick Harris unlustige Slapstick-Abenteuer zu durchleben. Wir bleiben mit den Schlümpfen in ihrem Heimat-Wald und ergründen einfach neue Gebiete, die bisher verboten waren, nur um hier eine Form der modernen Welt vorzufinden, die durchaus Auswirkungen auf mögliche Fortsetzungen haben könnte – und sollte.

Natürlich ist Schlumpfine nämlich nicht ganz so allein, wie sie sich vielleicht unter all den Jungs-Schlümpfen fühlt. In Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf hält das weibliche Geschlecht Eintritt in die Cartoon-Welt, die sich zuerst einmal über das Wort “Jungs” lustig machen darf – ganz kindgerecht wird hier “Ih Bäh” gelebt, wenn Jungs auf Mädels treffen.

Der Film vereint eine Prise Abenteuerlust und trifft zugleich den charmant-harmlosen Witz der schlumpfigen Lebenswelt. Wir bekommen imposante Bilderwelten geliefert, wenn wir selbst über das altbekannte Schlumpfdorf ins Staunen geraten können. In dieser schlumpfigen Welt können wir uns endlich verlieren, wünschen uns noch mehr von ihr sehen zu dürfen.

Die Schlümpfe - Das verlorene Dorf

Der Hexenmeister Gargamel und sein Kater Azrael haben Böses im Sinn.

Die schönen Schlumpf-Momente wechseln sich so ab: mal bekommen wir etwas zum staunen, dann dürfen wir schmunzeln bis lachen oder sogar eine Träne unterdrücken – ob vor sentimentaler Freude oder gar Trauer. Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf trifft hier jede emotionale Note.

Und am Ende findet Schlumpfine gar sich selbst. Natürlich ist ihre abenteuerliche Reise ein Erfolg. Das der Film vorhersehbar ist, sollte keine große Überraschung sein. Aber die Message am Ende ist eine schöne Lehrstunde für die Kinder. Schlumpfine findet heraus wer sie ist oder wer sie sein kann. Und das ist einfach schön.

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