Filmkritik

Superman Batman: Apocalypse (Sep 2010)

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It’s all about Supergirl. Auch wenn das Supergirl noch gar nicht so super ist und erst einmal in Erfahrung bringen muss, wer sie überhaupt ist. Kara Zor-El, Cousine von Clark/Superman/Kal-El landet in Superman Batman Apocalpyse auf der Erde. Der Film ist dementsprechend eher ihr gewidmet als den titelgebenden Heldenikonen des DC Universums. Und mit Wonder Woman bekommt sie außerdem eine starke Frauenfigur an die Seite gestellt, die ihre Ausbildung übernimmt. Weshalb die beiden Frauen nicht in den Titel des DC Animated Originals gesetzt wurden, bedürfte allerdings einer Erklärung der Verantwortlichen. Aber vermutlich verkaufen sich Batman und Superman einfach besser als es Wonder Woman und Supergirl getan hätten.

Supergirls Origin-Story wird dabei ziemlich nahe an einer Coming-of-Age Geschichte platziert, bei der sich viele Wannabe-Erziehungsberechtige daran versuchen, das Mädchen in ihren Entscheidungen zu beeinflussen. Superman und Wonder Woman spielen da eine ebenso tragende Rolle wie der Bösewicht Darkseid, der Kara nach Apocalypse entführt, sie einer Gehirnwäsche unterzieht und sie zur widerwärtigen Endzeit-Kriegerin im Punk-Look macht. Das sieht sexy aus, ist aber weder im Sinne Supermans, noch Wonder Womans – und auch Batman bietet seine Hilfe an.

Auch wenn der Titel recht apokalyptisch daher kommt, ist dieser Film der bisher vielleicht komödiantischste im Animated Original Universe. Es fehlt nicht an Dramatik, aber gerade die Momente zwischen Clark und Kara, in menschlicher Gestalt und Verhaltensweise, sind wunderbar inszeniert. Clark darf/muss mit seiner Cousine auf Shoppingtour gehen und man erlebt eine vermutlich typische Frau liebt es/Mann hasst es-Montage, die in diesem Superhelden-Umfeld aber nur zu köstlich wirkt, gerade da vergangene Filme sich hauptsächlich auf Handlung und Kämpfe konzentriert haben und hier einmal eine eigentliche Nebensache zelebriert wird. Das gibt uns weitaus mehr Einblick in die Filmwelt als es irgendein Battle der Superkräfte zuvor getan hätte.

Auf der anderen Seite steht die harte Ausbildung die Kara bei Wonder Woman auf Paradise Island erleben muss. Bei aller Ernsthaftigkeit baut Regisseurin Lauren Montgomery aber auch hier kleine Momente des Schmunzelns ein, gerade da zwischen Wonder Woman und Superman Spannungen bezüglich Kara existieren, die sich um die Zukunft des Mädchens drehen. Es kommt immer wieder zum verbalen Schlagabtausch, als würden Papa und Mama über ihre Tochter diskutieren. Montgomery schafft ein Familien-Feeling, bei dem zwei Superhelden ihre Superhelden-Tochter bevormunden wollen.

Ein Film über gute und schlechte Einflüsse, vor allem über das Selbstbestimmungsrecht einer jungen Frau, die mit all diesen Einflüssen zurechtkommen muss. Nebenher wird die Action natürlich nicht vernachlässigt. Darkseid schickt Doomsday nach Paradise Island, die Superhelden des Films reisen nach Apocalpyse und jeweils gibt es vor Ort natürlich allerhand Schlägereien. Aber hier funktioniert das Storytelling einfach besser als die Action – und das ist im Guten gemeint.

Denis Sasse
Ich schreibe seit 2009 über Filme und habe viele Jahre Hörfunk-Beiträge zu unterschiedlichsten Medieninhalten produziert. Beim Radio durfte ich meine eigene Kino-Sendung planen und moderieren. Irgendwie habe ich ein Studium der Literaturwissenschaft und der Medienwissenschaften dazwischen gequetscht. Jetzt lehre ich an einer Hochschule über Thematiken in den Bereichen Film, Fernsehen, Social Media und Medienpädagogik.

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