Während man im realen DC Cinematic Universe noch bis 2017 warten muss um Schauspielerin Gal Gadot als Wonder Woman zu Gesicht zu bekommen, haben die DC Animated Originals – fernab eines kleinen Kurzauftritts in Justice Leauge The New Frontier – bereits in 2009 einen eigenen Film für die Amazone bereit gehalten. Unter der Regie von Lauren Montgomery entstand diese Origin-Geschichte lose basierend auf dem Comic Gods and Mortals, 1987 von George Pérez heraus gebracht. Montgomery wurde nicht engagiert, um als Frau eine weibliche Superheldin zu inszenieren, das belegt der ebenfalls von ihr stammende Superman Doomsday, als auch die noch nach Wonder Woman kommenden Filme Green Lantern First Flight, Justice League Crisis on Two Earth und viele weitere DC Animated Originals, die noch unter ihrer Obhut entstehen sollten. Das beweist das diese Frau ein Gespür für die filmische Inszenierung dieser Figuren besitzt, mit denen sie – wie in Wonder Woman zu sehen – nur wenig zimperlich umgeht.

Der Film beginnt damit, dass wir direkt in eine Schlacht zwischen den Amazonen, Wonder Woman ist noch nicht einmal geboren, und ihrem größten Widersacher: Gott des Krieges Ares, geworfen werden. Der Kampf wird gewonnen, die Armeen niedergestreckt, Ares gefangen genommen. Zeus gewährt den Kriegerinnen ein Mann-freies Leben auf Paradise Island, wo Ares in einem Verlies sein Dasein fristet, während aus Erde und Blitz ein Baby geboren wird: Diana, Tochter der Amazonen-Königin, später im Kampf zur Vertreterin ihres Stammes auserkoren, um als Wonder Woman nach New York zu reisen.

Das geschieht natürlich nicht aus Eigeninitiative, viel mehr ist der Bruchpilot Steve Trevor Schuld, der durch einen Zufall Paradise Island entdeckt und so die Amazonen über einen Kontakt mit der Welt der Normalsterblichen nachdenken lässt. Trevor wird im US-Original von Fan-Favorite Nathan Fillion (Firefly) gesprochen, der hiernach eine Dauerrolle als Stimme von Hal Jordon alias Green Lantern in den DC Animated Originals bekam.

Wonder Woman ist als Film klar gegliedert. Wir erleben ihre Entstehungsgeschichte in der ersten halben Stunde, dann bekommen wir Prinzessin Diana zum ersten Mal im vollen Glanz der Wonder Woman-Montur zu sehen, mitsamt ihren alles abwehrenden Armreifen, ihrem Lasso der Ehrlichkeit und dem mit einem Stern verzierten Diadem. Bis zu diesem Zeitpunkt erzählt der Film von Dianas Geburt, vor allem aber auch von ihrer Ausbildung auf Paradise Island zur Kriegerin, sowie von ihrem Umfeld, ihren Schwestern und dem gesellschaftlichen Miteinander auf der Insel der Amazonen.

Dann geht die Reise nach New York, wo Steve Trevor sie mit hinnimmt, wo zuerst einmal von der eigenständigen Frau bemerkt werden darf, wie rückständig sich die Frauen hier benehmen. Männer müssen bei kleinen Arbeiten aushelfen, ein Lidschlag, ein Hüftschwung und die etwas anderen Waffen der Frauen wurden erfolgreich zum Einsatz gebracht. Das passt natürlich ganz und gar nicht in das selbstbewusst-selbstbestimmte Bild, dass die Amazonen von sich und der Frauenwelt haben. Das ergibt hier im Film einen wunderbaren Kontrastpunkt, der so manche Dummheit der Mann/Frau-Stereotypen vorführt.

Am Ende steht erneut eine Schlacht gegen Ares an, der sich aus seinem Verlies befreit und ebenfalls nach New York gekommen ist. Laut Produzent Bruce Timm sollte die erste Schnittversion Wonder Womans tatsächlich ein R-Rating, also keine Jugendfreigabe ohne Elternbegleitung bekommen. Trotz des Herabsenkens der Gewalt und einem damit einhergehenden PG-13 oder in Deutschland einer FSK 12 Freigabe, rollen hier dennoch ordentlich die Köpfe. Da wird kein Schwert zurück gehalten, wenn sich die Amazonen auf dem Schlachtfeld befinden.