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Superman Batman: Public Enemies (Sep 2009)

Und wieder gilt, was schon für das DC Animated Original Wonder Woman galt: Lange müssen wir noch warten, bis es als Realverfilmung geschieht, was im animierten DC Universum schon längst geschehen ist. In Superman Batman Public Enemies treten die beiden größten Helden des DC Universums gemeinsam an, hier gar gegen Schurken und Helden zugleich. Regisseur Sam Liu macht Lex Luthor zum US-Präsidenten, der weder Aliens wie Superman noch selbsternannte Vigilanten wie Batman in seinem Land duldet. Die Superhelden, die Luthor um sich versammelt sind seine Exekutive, aber auch eine Art Versicherung. Denn wer sich auf seiner Gehaltsliste befindet, arbeitet immerhin nicht gegen ihn.

Batman und Superman tun sich natürlich schwer, sich auf irgendeine Gehaltsliste setzen zu lassen. Und so werden sie hier zu Public Enemies, zu Staatsfeinden der Vereinigten Staaten. Basierend auf der gleichnamigen Comicbuchgeschichte, die den Auftakt zur Reihe Superman/Batman bildete, nimmt es das Superhelden-Duo hier gegen Schurken wie Metallo, Bane und Solomon Grundy auf, aber auch gegen Helden wie Captain Marvel und Hawkman. Das erreicht Luthor in erster Linie dadurch, dass er mediale Propaganda gegen die DC Ikonen betreibt und der Welt glaubhaft vermittelt, Superman sei für den Tod von John Corben (Metallo) verantwortlich. Daraufhin setzt der US-Präsident Luthor ein Kopfgeld auf die Ergreifung Supermans aus. Dieser findet sich in die Enge getrieben wieder, aber immerhin mit Batman an seiner Seite.

Das zeigt nur umso mehr, was für eine elitäre Position diese beiden Helden innerhalb des DC Universums einnehmen, dass man sie gegen die versammelte Mannschaft (ausgenommen Kollegen aus der Justice League) stellen kann und sie es dennoch schaffen, Luthor Paroli zu bieten. Zu allem Überfluss kommt da auch noch ein Meteor auf die Erde zu. Also heißt es für Superman und Batman, sowohl den Bösewicht aufhalten, der dank der Medien den Großteil der Bevölkerung auf seiner Seite hat, als auch eben jene Bevölkerung vor der drohenden Apokalypse aus dem All bewahren. Hier zeigen Superman und Batman dann noch einmal, dass sie wahre Helden sind, die keinen Groll gegen jene hegen, die auf die Lügen Luthors herein fallen.

Außerdem zeigt der Film den japanischen Toyman, der es tatsächlich fertig bringt dem grimmigen Batman ein erstauntes „Wow“ zu entlocken. Denn um den Meteor aus dem All zu stoppen, hat dieser eine gigantische Rakete gebastelt, die halb Batman, halb Superman darstellt. Passend zum Film und wirklich spektakulär, muss auch Batman hier einer gewissen Bewunderung klein beigeben.

Der Animationsstil erinnert – ähnlich wie in Batman Gotham Knight – an ein Anime-Charakterdesign. Vor allem die gezackte Schattengebung in Supermans Gesicht ist ein eindeutiges Anzeichen hierfür. Derweil zeigen sich bei sowohl Superman als auch Batman Muskelpakete, die an den Bodybuilder-Fetisch der 1980er Jahre erinnert, dort wohl am besten durch He-Man und seine Masters of the Universe verkörpert.

Eine heimliche Heldin entwirft derweil Sprecherin Allison Mack (Chloe Sullivan in der Fernsehserie Smallville), die hier für Power Girl ihre Stimme hergibt. Der Charakter ist so interessant aufgebaut, sympathisiert mit den wirklichen Helden des Films, dass sich Power Girl hiernach eigentlich einen eigenen DC Animated Original verdient hätte.

Das traut sich das Animated Original Universe dann aber doch nicht. Hier gibt es vorzugsweise die Justice League oder eben Batman und Superman Abenteuer. Gerade diese beiden Helden dürfen nur äußerst selten durch Abwesenheit glänzen. Das ist dann vielleicht auch eines der Mankos dieses Films. Superman Batman Public Enemies gibt den beiden DC Helden noch mehr Zeit, während andere Figuren auf der Ersatzbank sitzen müssen. Und gerade mit den zahlreichen Gastauftritten der Kopfgeldjäger zeigt sich doch, wie viel hier eigentlich noch möglich wäre, wie viel Luft nach oben die DC Animated Originals noch hätten.

Am Ende macht es dennoch Spaß dabei zuzusehen, wie Superman und Batman dagegen ankämpfen, als Böse dazustehen. Und noch mehr Spaß macht es zu sehen, wie die Bevölkerung die beiden wieder in ihrer Mitte aufnimmt.

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