Filmkritik

Justice League: The New Frontier (Feb 2008)

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Mit der 2008er Veröffentlichung Justice League: The New Frontier verabschiedet man sich seitens der DC Animated Originals noch nicht vom halben Zugpferd Superman (die andere Hälfte verkörpert Batman), sondern kombiniert die gesammelte Kraft des DC Universums um die Superhelden-Gruppierung der Gerechtigkeitsliga Werte wie Gleichheit und Patriotismus propagieren zu lassen. In ihrem Kampf gegen das Monster The Centre geht es hier nicht “um Demokrat oder Republikaner, um Taube oder Adler, alle seien gleich vor dem Hintergrund der drohenden Gefahr.” Solche Drehbuchzeilen klingen abgedroschen und übermäßig amerikanisiert, bleiben aber ein kleiner Moment in einem großen Unterhaltungsfilm.

The New Frontier basiert auf Darwyn Cookes sechsteiliger Comicbuchreihe DC: The New Frontier aus 2004, ausgezeichnet mit dem kanadischen Shuster-Comicpreis, dem Harvey-Award für besondere Leistungen im Bereich der Comicbücher sowie dem Eisner-Award, die renommierteste US-Auszeichnung für Comic-Unterhaltung. Unter den englischen Original-Synchronsprechern finden sich Fernsehdarsteller wie David Boreanaz (Angel) als Green Lantern Hal Jordan, Neil Patrick Harris (How I Met Your Mother) als Flash, Lucy Lawless (Xena) als Wonder Woman oder Kyle MacLachlan (Desperate Housewives) als Superman. Darüber hinaus bekommen wir in The New Frontier Batman (Jeremy Sisto), den Martian Manhunter John Jones (Miguel Ferrer) und Aquaman (Alan Ritchson) zu sehen.

Mit The Centre bekommt die Justice League eine gigantische am Himmel fliegende Insel entgegen gestellt, die von einer Armee von mutierten Dinosaurier-Kreaturen bevölkert wird und hier langsam auf die Küste von Florida zu schwebt. Ein Kult betet diese Kreatur an, der Rest der Menschheit und der Superhelden versammelt sich im Showdown des Films, um als Gemeinschaft gegen dieses Monstrum vorzugehen. Und hier muss man sich nichts vormachen: Die DC Animated Originals dürfen nicht zwangsläufig als Kinderfilme wahrgenommen werden. Ebenso wie der Titelheld im Erstlingswerk Superman Doomsday kurzzeitig für Tod erklärt wurde und ein Superschurke wie der Toyman gar das zeitliche segnete, gibt es auch hier wieder Tote. Ein Selbstmord eröffnet den Film, eine verzweifelte Kriegstat folgt wenige Sekunden später, im Showdown geben Soldaten ihr Leben um The Centre – quasi eine auf Florida zu steuernde Terrorattacke – aufzuhalten.

So sehr Superman und Batman als die Frontrunner von DC gelten, so sehr merkt man hier aber auch, dass die Animated Originals Reihe hier austestet, wie weit man sich von den beiden entfernen kann. An vorderster Front in diesem Film stehen Flash, der kurzzeitig mit seinem Dasein als Superheld ringt und der Martian Manhunter, der versucht die Menschlichkeit zu erfassen und für sich zu erschließen und dabei ausgerechnet auf den unterkühlten Batman trifft, der ihn handwinkend abweist und als gar nicht so besonders – weil vom Mars – wahrnimmt. Batman bekommt hier wenige Momente, die allerdings stark in Erinnerung bleiben. Man merkt das Dasein als Zugpferd eben genau daran, dass manche Figuren gar nicht viel tun müssen um Szenen zu stärken.

The New Frontier erzählt darüber hinaus gleich mehrere Origin-Storys. Hal Jordan hat hier bis zum Showdown noch keine Green Lantern Kräfte, seine Storyline ist dementsprechend die Entdeckung dieses kleinen mächtigen Rings, den er fortan an seiner Hand tragen wird um seine Superheldenkräfte für das Gute einzusetzen. Aquaman steigt erst am Ende, nachdem das letzte Gefecht ausgekämpft wurde, aus dem Meer empor und hier liegt dann die Gründungsgeschichte der Justice League, die mit dem Abspann vor wehendem JL-Banner posieren darf.

Justice League: The New Frontier hätte ein sehr gutes Erstlingswerk abgegeben, aber man mag es DC verzeihen, dass sie sich hierfür auf ihr Aushängeschild Superman fokussiert haben. Hier wird nun das neue Zeitalter ausgerufen – The New Frontier – ein Zeitalter der Helden, womit nicht nur die maskierten Männer mit besonderen Kräften gemeint sind, sondern eben all jene, die sich für eine gute Sache einsetzen, die ihre eigenen, ganz speziellen Fähigkeiten dem Gemeinschaftsgefühl zur Verfügung stellen. DC sagt derweil: „Es hat begonnen“ und stürzt sich mehr noch als mit Superman Doomsday in die Erzählungen aus ihrem Comicuniversum.

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