Filmkritik

Batman Gotham Knight (Juli 2008)

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Mit dem DC Animated Original Batman Gotham Knight versucht sich die Reihe an einer Art Animatrix, die damals als animiertes Zwischenstück für die Matrix-Trilogie funktionierte. Hier sind mit Gotham Knight sechs Kurzgeschichten entstanden, von unterschiedlichen Filmemachern inszeniert, die zwischen Christopher Nolans Batman Begins und The Dark Knight angeordnet werden. Dabei handelt es sich grundsätzlich um abgeschlossene Episoden, die jedoch durch einen roten Handlungsfaden miteinander verwoben werden.

So folgen wir Batman auf seiner Jagd nach dem High-Tech-Kriminellen Man in Black, sehen wie sich der dunkle Ritter mit den Gangstern von Sal Maroni anlegt, ebenso mit der Russenmafia, Scarecrow, Killer-Croc oder Deadshot. Dabei bleibt Gotham Knight immer so grundiert, wie es Christopher Nolan mit seiner Dark Knight-Trilogie vorgemacht hat.

Jede Episode verfolgt einen eigenen grafischen Stil. Mal bekommen wir einen besonders kantigen Batman, ein anderes Mal erinnert Bruce Wayne mitsamt seinem nächtlichen Alter-Ego wie aus einem japanischen Anime entsprungen.

Die Episode In Darkness Dwells, in der sowohl Scarecrow als auch Killer-Croc auftauchen, wurde von David S. Goyer geschrieben – der Mann, der alle Drehbücher zu Nolans Batman-Filmen abgeliefert hat. So macht er auch für Gotham Knight einen wertvollen Beitrag, erweitert das Universum der Superschurken in diesem Fall um Killer-Croc. Drehbuch- und Comicautor Alan Burnett lässt später in der Episode Deadshot noch den gleichnamigen Superschützen-Bösewicht folgen.

Besonders interessant ist gleich der Einstieg: In Have I Got A Story For You erzählen sich drei Freunde, wie sie Batman begegnet sind. Jeder von ihnen erzählt seine Geschichte, jeder von ihnen beschreibt den Batman ein wenig anders. Mal ist er ein auftauchender Schatten, der im Nichts verschwinden kann Ein anderes Mal ist Batman ein Iron Man-ähnlicher Roboteranzug, der wie ein Panzer durch Gotham streift.

Und so setzt diese erste Story die Stimmung für Batman Gotham Knight. Denn jede dieser Episoden beschäftigt sich ein wenig mit dem Mythos hinter Batman. Sei es durch Erzählungen, wie dieser Mythos unterschiedlich interpretiert werden kann, oder wie der Mythos unter Cops wahrgenommen wird. Ein Auftritt von Lucious Fox (in den Filmen von Morgan Freeman gespielt) zeigt die Technik hinter Batmans Crime-Fighting und entzaubert so zumindest für uns Zuschauer diesen Mythos, während Killer-Croc selbst als Mythos bezeichnet wird, womit der eine dem anderen Mythos auf der Spur ist. Dieser Begriff ist sichtlich in jeder Episode zugegen.

Gerade zu seinem Release in 2008 hat Batman Gotham Knight so gut gewirkt, da der Film in sich vereint noch einmal aufzeigt, wie unterschiedlich Batman erzählt werden kann. Dieser kleine Animations-Episodenfilm macht deutlich, dass sowohl Tim Burton, als auch Joel Schumacher, Christopher Nolan und all die anderen Regisseure, die sich schon Batman (Batman hält die Welt in Atem!) angenommen haben, irgendwie dem dunklen Ritter auch gerecht geworden sind. Nur halt eben auf ihre ganz eigene Art und Weise. Gotham Knight ist eine ebenso gute Eigeninterpretation wie Erweiterung der Nolan-Batman-Welt.

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