Filmkritik

“[Rec]³ Genesis” von Paco Plaza

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© Universum Film GmbH / Noch sind sie glücklich und frisch verheiratet: Leticia Dolera (als Clara) und Diego Martín (als Coldo)

Mit “[REC]” gelang den beiden Regisseuren Jaume Balagueró und Paco Plaza 2008 ein Überraschungshit. Ein paar Hausbewohner in Barcelona werden durch die Behörden von der Außenwelt abgeschottet, da ein ominöses Virus die Menschen zu rasenden Bestien macht. Ein zufällig anwesendes Fernsehteam filmt die folgenden, entsetzlichen Ereignisse. Wirklich neu war die Story vom Amoklaufenden Otto Normal-Bürger zwar nicht, aber die Wackelkamera, das Tempo und die Konsequenz, mit der die beiden Regisseure ihren Film auf den Zuschauer losließen, war erschlagend. Konsequenterweise kam das amerikanische Remake noch vor dem Original in die deutschen Kinos, die 1:1 Kopie konnte aber nur mäßig überzeugen. 2010 folge mit “[REC]2” die überraschend gute Fortsetzung, die direkt an die Ereignisse in Teil 1 anschließt und ein Sondereinsatzkommando in die nachbarschaftliche Hölle wirft. Ausgestattet mit Helmkameras wird das Sterben aus mehreren Perspektiven eingefangen und trotz mangelndem Überblick, ein herrlich apokalyptisches Endzeitszenario inklusive Ego Shooter Perspektive entworfen.

Eine blutgetränkte Leticia Dolera

Mit “[REC]3 Genesis” geht es nun, weitere zwei Jahre später, in die dritte Runde. Diesmal nur mit Paco Plaza auf dem Regiestuhl (“[REC]4” kommt 2013, von Jaume Balagueró inszeniert). Und die hohen Erwartungen, nicht zuletzt durch einen tollen Trailer geschürt, werden erfüllt. “[REC]3 Genesis” nimmt sich sogar die Freiheit, ab der zwanzigsten Minute den Shacky Cam-Modus zu verlassen und Platz für eine ‘saubere’ Inszenierung zu machen. Und “[REC]3 Genesis” macht keine Gefangenen, ist blutig, spannend, mitreißend und hat Humor! Manchem Kritiker hat gerade letzteres nicht gepasst bzw. wurde völlig missverstanden. Doch “[REC]3” trifft den Ton und prügelt nach dem üblichen Intro seine gut 80 Minuten extrem kurzweilig bis zum konsequenten Ende durch.

Während die Ereignisse von “[REC]1” und “[REC]2” stattfinden, wird in einem nahegelegenen Anwesen eine Hochzeit gefeiert. Koldo und Clara feiern überschwänglich und glücklich mit ihren Familien, als Onkel Viktor wild um sich beißend die Hochzeitsgäste attackiert. Kurz vorher wurde er von einem Hund in seiner Tierarztpraxis gebissen (derselbe übrigens, der die Ereignisse in “[REC]” ausgelöst hat. Schon bald verwandelt sich der Tanzsaal in ein Schlachthaus, Koldo und Clara werden getrennt. Verzweifelt versuchen Beide einander zu finden.

[REC]3” macht nicht nur Lust auf den finalen und für 2013 angekündigten “[REC]4 Apocalypse“. Auch möchte man den Film gleich noch einmal sehen, soviel Feuer hat er. Böse vor allem die Szene, in der ein Mann eine Gruppe Kinder in einem Reisebus in Sicherheit bringen möchte; die Türen schließen sich schon, doch ein Infizierter gelangt dazwischen – und alle Türen öffnen sich wieder und die Horde stürmt den Bus. Die Darsteller sind sympathisch und nicht so austauschbar wie zum Beispiel in “[REC]2“, man fiebert einfach mit ihnen. Auch sehen die Infizierten toll aus und spucken Gift und Galle. Und die Kameraarbeit? Kameramann Pablo Rosso (“Sleep Tight“) findet viele beeindruckende Einstellungen, um Chaos und Liebesgeschichte zu bebildern. Schön sind auch die Querverweise zu den Vorgängerfilmen und sei es nur, dass sich mancher Partygast fragt, warum auf dem Nachbargrundstück Männer in Schutzanzügen rumlaufen. Genrefans müssen bei “[REC]3 Genesis” zugreifen. Sie werden nicht enttäuscht.

Renatus Töpke

“[Rec]³ Genesis“

Originaltitel: [Rec]³ Génesis
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Produktionsland, Jahr: E, 2012
Länge: ca. 83 Minuten
Regie: Paco Plaza
Darsteller: Leticia Dolera, Diego Martín, Javier Botet, Àlex Monner, Ismael Martínez, Claire Baschet

Deutschlandstart: 12. Oktober 2012 (Direkt auf Heimmedien)
Offizielle Homepage: magnetreleasing.com/rec3

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