Filmkritik

Auch HITMAN AGENT 47 ist eine Videospiel-Filmpleite

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HITMAN AGENT 47 kommt zu uns von Regisseur Aleksander Bach, es ist sein Debütfilm, der natürlich auf der gleichnamigen Videospielreihe aus dem Hause IO Interactive basiert. Im Film spielt HOMELAND-Darsteller Rupert Friend den Agenten 47, wird schauspielerisch unterstützt durch Hannah Ware, Zachary Quinto und Thomas Kretschmann.

HITMAN erzählt von dem genetisch verbesserten Auftragskiller Agent 47, der sich mit einer Frau zusammen schließt, um ihren Vater zu finden, der das Geheimnis ihrer Herkunft lüften kann.

Es lässt sich recht schnell die Gefühlswelt zusammenfassen, mit der man HITMAN AGENT 47 erlebt: Die erste halbe Stunde ist Verwunderung darüber, wie ein Film so schlecht konzipiert und durchgeführt sein kann. Die zweite halbe Stunde ist Ablenkung durch Pobacken-Rutschereien, aufs Handy blicken, vielleicht auch ein kurzes Nickerchen halten. Die letzte halbe Stunde ist dann der pure Ärger, der Ärger darüber, dass man nicht einfach aufsteht und geht, sondern die Qualen bis zum Ende ertragen will.

Hitman Agent 47

Ein Regiedebütant wie Bach zeigt sich sicherlich recht stolz, ein Franchise Projekt wie HITMAN AGENT 47 auf die Kinoleinwände bringen zu dürfen. Ein erster, ordentlicher Eintrag in der IMDB. Aber zugleich sollte man sich auch fragen, wie unzufrieden die Oberen bei IO Interactive wohl mit dem Film sind – und wie viele Ohrfeigen und Arschtritte das Filmteam für dieses Desaster schon kassieren durfte.

HITMAN AGENT 47 besticht durch seine zerstückelte Story, bei der man zwar immer weiß was jetzt gerade in diesem Moment vor sich geht, bei der man aber ebenso schnell auch vergisst, worum es im großen Ganzen geht und worauf der Film überhaupt hinaus will.

Die Action erinnert arg an ein 1990er Jahre Videospiel, was natürlich an dem Hollywood untypischen eher kleinen Budget gelegen haben dürfte. Allerdings hätten die Filmemacher hier auch durch “weniger ist mehr” glänzen können. Es beweist nicht unbedingt immer Stärke, mehr zu wollen als man fähig ist zu leisten. Manchmal ist weniger eben mehr.

Hitman Agent 47

Man nehme solch großartige Actionfilme wie THE GUEST oder JOHN WICK, die es verstanden haben ihre filmischen Qualitäten auf weniger Explosionen und CGI-Effekthaschereien, und eben mehr auf gut choreografierte Kampfsequenzen und spannende Storyelemente zu konzentrieren.

Und Rupert Friend muss einem in der Rolle des Agenten 47 etwas Leid tun. Weder Drehbuch noch Regisseur scheinen mit der Figur etwas anfangen zu können. Agent 47 wirkt hier in seiner Umwelt eher wie eine Cartoonfigur, die mit überspitzter Mimik wie aus dem Videospiel entsprungen scheint und sich in einer Normalwelt bewegen muss.

Und gerade die Darstellung des Agent 47 wäre ach so wichtig gewesen, da in dieser Kleinproduktion wohl kaum niemand durch die Darstellernamen ins Kino gelockt wird. Aber so wie sich HITMAN AGENT 47 als Gesamtpaket präsentiert, wird wohl niemand durch irgendwas angelockt werden.

Hitman Agent 47 PosterHITMAN AGENT 47

Darsteller: Rupert Friend, Hannah Ware, Zachary Quinto, Thomas Kretschmann, Dan Bakkedahl, Angelababy
Regie: Aleksander Bach
Länge: 96 Min
Kinostart: 27. August 2015
Bilder © 20th Century Fox

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