Arnold Schwarzenegger

Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991)

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8.3

Terminator 2 - Tag der Abrechnung

mit Arnold Schwarzenegger, Edward Furlong, Linda Hamilton, Robert Patrick,

Es ist genial, wie Regisseur James Cameron sein 1991er Sequel Terminator 2 – Tag der Abrechnung eröffnet. Er gibt uns Arnold Schwarzenegger, den Bad Guy des ersten Films, wie er ohne Worte wieder in unserer Gegenwart (das Jahr 1995) erscheint, in einen Pub marschiert und ein paar finster aussehende Biker aufmischt, die das Äquivalent der Punks des ersten Teils darstellen. Alles scheint beim alten geblieben zu sein. Der Terminator ist zurück. Macht er erneut Jagd auf Sarah Connor? Versuch Nummer 2?

Erst nach etwa zehn Minuten löst James Cameron auf, dass dieses Terminator-Modell von John Connor in der Zukunft umprogrammiert worden ist, um seine Mutter (Linda Hamilton) und sich selbst als jüngere Version (Edward Furlong) zu beschützen. Arnold wird zum Bodyguard, während Darsteller Robert Patrick als neuer T-1000 in Erscheinung tritt. Ein Flüssigmetall-Modell des Terminators, der sich bei seinem Auftauchen an einem Cop vergeht, dessen Uniform an sich nimmt und als Hüter des Gesetzes auf die Suche nach den Connors geht.

Auch wenn es Robert Patrick nicht dieselbe Karriere wie einem Arnold Schwarzenegger beschert hat, muss man ihm hier Tribut zollen. Er hat aus dem T-1000 einen der größten Bösewichte der Filmgeschichte werden lassen und ist damit nach dem ersten Terminator in äußerst große Fußstapfen getreten. Dennoch steht er dem T-800 aus dem 1984er Original in Nichts nach.

Mit seiner Eigenschaft, jede Form und Erscheinung annehmen zu können, die er zuvor berührt hat und seine Hände zu messerscharfen Klingen transformieren zu können, ist der T-1000 eine wirkliche Bedrohung. James Camerons und William Wishers Drehbuch gibt dem Schurken darüber hinaus ausreichend Screentime, um sich auch als solche Bedrohung in Szene zu setzen. Er tritt nicht nur einmal jede halbe Stunde in Erscheinung (wie es oftmals in Filmen üblich ist), sondern macht sich zum konstanten Verfolger der Good Guys, deren Flucht aus diesem Grund äußerst dringlich erscheint.

Das hängt ebenso damit zusammen, dass der T-1000 immer äußerst drastisch die Verfolgung aufnimmt und mit jedem Auftauchen eine Bedrohung darstellt, die es gilt ernst zu nehmen. So entfacht Terminator 2 auch gleich eine ganze Reihe von spannenden Action-Einlagen. Das erste Aufeinandertreffen von Robert Patrick und Arnold Schwarzenegger in einem Shopping Center ist schon nervenaufreibend cool gestaltet, wird dann aber sehr bald schon von einer rasanten Verfolgungsjagd in einem Kanal übertroffen.

Hier hat sich Cameron dem klassischen Spielberg Duell angenommen. Der große LKW gegen das kleinere Fahrzeug. Bei Spielberg ein normaler PKW, bei Cameron das weitaus coolere Motorrad. John Connor flüchtet auf eben diesem vor dem nahenden T-1000, der sich in seinem LKW hinter ihm manifestiert. Es ist eine lange, schweißtreibende Verfolgungsjagd, die unfassbar mitreißend inszeniert worden ist und einiges an Karambolagen mit sich bringt.

Aber auch Linda Hamilton bekommt in Terminator 2 etwas mehr zu tun, auch wenn sie sich bereits mit dem ersten Teil zu einer Actionheldin neben Sigourney Weavers Ellen Ripley aus dem Alien-Franchise erhoben hat. Hier präsentiert sie uns eine Sarah Connor, die sich als Überlebende zeigt, die endlich mal nicht so einfach mit den von ihr erlebten Ereignissen fertig wird. Sie sitzt zu Beginn in einer psychiatrischen Anstalt, wie es sich vermutlich für einen Menschen gehört, der gerade von einem Terminator aus der Zukunft besucht und gejagt worden ist, der gerade um sein Leben kämpfen musste und dabei eine geliebte Person (Michael Biehns Kyle Reese) verloren hat.

Wo andere Filme also einen Helden oder eine Heldin präsentieren, die über solche Dinge einfach hinwegsehen können, ist es ausgerechnet Blockbuster-Franchise-Actionregisseur James Cameron, der seiner Figur mehr Tiefgang mitgibt. Sarah Connor erlebt hier Schreikrämpfe, bleibt dabei aber die starke Dame, als die sie im ersten Film aufgebaut wurde. Es ist für sie nicht einfach, erneut auf den Alt-Terminator zu treffen, so dass sich zwischen Edward Furlong und Arnold Schwarzenegger zwar eine Sofort-Freundschaft entwickelt, Linda Hamilton aber erst einmal skeptisch gegenüber dem T-800 sein darf. HIerdurch bekommt die Dreierkonstellation der Good Guys eine interessante Story-Komponente verpasst.

Terminator 2Sarah Connors Visionen der Zukunft – der Tag der Abrechnung soll am 29. August 1997 geschehen – sind dabei alles andere als nett anzusehen. James Cameron greift tief in seine Special Effects Trickkiste um Feuerwalzen über die Erde fegen zu lassen. Er zerstört ganze Städte, lässt Menschen verbrennen, zieht ihnen bei lebendigem Leibe die Haut vom Körper, so dass nur die Skelette übrig bleiben. Und wir dürfen in aller Ausführlichkeit daran teilhaben.

Vor allem brilliert Terminator 2 – Tag der Abrechnung durch seine Kombination aus Action und Spannung. Wie werden der T-800 und Sarah sowie John Connor diesen Judgement Day verhindern? Können sie das überhaupt? Und wie bekämpft man ein weiter entwickeltes Terminator-Modell, dass durch seine Flüssigmetall-Konsistenz schier unverwundbar erscheint? James Cameron hat Arnold Schwarzenegger perfekt in Szene gesetzt, nutzt nicht nur dessen Muskeln, sondern auch seinen Humor – der Terminator soll lächeln! – und schafft es, ein perfektes Sequel zu konstruieren.  

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