Nach seinem Debüt in Hercules in New York als Arnold Strong, wird der Österreicher nun in Mister Universum (Stay Hungry) als Arnold Schwarzenegger vorgestellt. Dabei spielt er in diesem 1976er Film unter der Regie von Bob Rafelson (Wenn der Postmann zweimal klingelt, 1981) und nach einer Romanvorlage von Charles Gaines einen Bodybuilder, der sich im Training für den Mr. Universum-Wettbewerb befindet.

Das aber nur am Rande. Eigentlich handelt der Film von Craig Blake (Jeff Bridges), der in ein zwielichtiges Immobilien-Geschäft verwickelt wird. Um einen guten Deal abzuschließen, muss er ein Fitnessstudio kaufen. Dort verliebt er sich in die Rezeptionistin Mary Tate (Sally Field) und freundet sich mit dem österreichischen Bodybuilder Joe Santo (Schwarzenegger) an, dessen lebensfrohen und sorgenfreien Lebensstil er bewundert.

Mister Universum ist im Kern eine Geschichte um einen jungen, verwöhnten Bengel aus reichem Hause, der seinen gesellschaftlichen Stand betrügt und mit den armen Jungs und Mädels aus der Unterschicht spielt. Was von Regisseur Rafelson gut gemeint ist, wird aber nie verständlich gemacht. Was für Beweggründe Craig Blake hier hat, bleibt außen vor. Weshalb er sich so von der Bodybuilder-Kultur angezogen fühlt wird nie wirklich erklärt. Es ist einfach so.

Mister Universum
Die Frauen liegen dem maskierten Bodybuilder Joe Santo (Arnold Schwarzenegger) in den Armen.

So schwach dieses Story-Element ist, so stark sind aber die Performances. Allen voran Jeff Bridges mit seinem sichtlichen Charme. Neben ihm ebenso Sally Field, die einen wunderbaren Love Interest für ihn abgibt, so gänzlich außerhalb seiner eigentlichen Welt voller anspruchsvoll-hochnäsiger Schnösel. Und natürlich Arnold Schwarzenegger, hier als freundlich-spaßiger Mann mit Ehrgefühl, der sich mit Fleiß und Willensstärke zum Mr. Universum trainieren will.

Schwarzenegger spielt Joe Santo nicht als stumpfes Muskelpaket, sondern als durchaus gewitzt-schlauen Charakter, dessen überaus geschultes Hirn in einen unpassend monströs-muskulösen Körper gesteckt worden ist. Diese Kombination zieht in Mister Universum die Frauen geradezu an, auch wenn eine Dame anmerkt, dass sie immer dachte, dass alle Bodybuilder homosexuell wären. Dieses Vorurteil geht Arnie natürlich nur allzu gerne an: “Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich überzeuge dich gerne vom Gegenteil.” Charmant.

Am meisten bleibt aber R. G. Armstrong in Erinnerung, der hier den verrückt-merkwürdigen Thor Erickson spielt, den Besitzer des Fitnessstudios. Während er später in Predator noch einmal an der Seite von Arnie spielen durfte, gibt er sich hier als alternder Trainer, der selbst einmal Bodybuilder war, nun aber unter einer schwindenden Potenz und lichter werdenden Haaren zu leiden hat.

Mister Universum
Jeff Bridges und Sally Field in MISTER UNIVERSUM

Überhaupt scheint unterschwellig viel Sex thematisiert zu werden. Ob nun die Potenzprobleme des Studio-Besitzers, Arnies Aufklärversuche hinsichtlich der Homosexualität von Bodybuildern oder die unglaublich vielen nackten Frauenrücken, die uns in Mister Universum verzücken sollen.

Am Ende bleibt Mister Universum ein Film voller guter Schauspieler, der aber unter einer Story leidet, die inkohärent und oftmals wie eine Ansammlung von Einzelszenen wirkt, als dass wirklich ein roter Faden gefunden werden könnte. Aber immerhin bekommen wir Arnie in einem Show-Wrestling Outfit, das nur allzu gut zeigt, dass er hier schon bereit dazu war, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. Vielleicht ist genau das eines der Geheimnisse seines Erfolgs.