Arnold Schwarzenegger

Last Action Hero (1993)

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Last Action Hero

mit Arnold Schwarzenegger, Charles Dance, F. Murray Abraham, Anthony Quinn, Ian McKellen und Austin O'Brien

Last Action Hero ist ein ganz besonderes Machwerk. In welchem Film dürfte Arnold Schwarzenegger sonst einen Action-Hamlet in einer Shakespeare-Verfilmung spielen? Das ist der Genre-Kommentar von Regisseur John McTiernan, der sich und Arnie mit seinem 1993er Film selbst auf die Schippe nimmt. Als Mann hinter Stirb Langsam und in Kollaboration mit vier Drehbuchautoren, die gemeinsam Lethal Weapon und Last Boy Scout zu verantworten haben, ist ihr Film eine absurde Reise durch das Actionfilm-Genre mitsamt einer animierte Looney Tunes-ähnlichen Cop-Katze, gesprochen von Schwarzeneggers Zwilling Danny DeVito.

In Last Action Hero geht es um den elf Jahre jungen Danny (Austin O’Brien), der sich jeden Tag ins Kino flüchtet, wo er sich die Actionfilme um Jack Slater ansieht, der von einem gewissen Arnold Schwarzenegger gespielt wird. Slater ist ein knallharter Cop in Los Angeles, der mit Zigarre im Mundwinkel durch einen Kugelhagel gehen kann, ohne dabei Schaden zu erleiden. Dieser Actionheld ist am Ende natürlich immer siegreich und erzeugt auf dem Weg dorthin Explosionen, Chaos und Zerstörung. Alles, was ein guter Actionfilm eben braucht.

Dann bekommt der junge Slater-Fan von Filmvorführer Nick (Robert Prosky) ein magisches Kinoticket, das ihm einst von Harry Houdini überreicht worden ist. Und schon landet eine Stange Dynamit aus dem Film direkt neben Dannys Kinosessel und löst eine Explosion aus, die den Jungen in den Film zieht. Auf einmal liegt er im Rücksitz von Jack Slaters Wagen, der sich gerade inmitten einer wilden Verfolgungsjagd befindet und sich über den Neuankömmling nur wundern kann. Denn dieser versucht ihm klarzumachen, dass er lediglich eine Filmfigur ist.

Hier hat Last Action Hero seinen größten Spaß. Jungdarsteller Austin O’Brien darf als Film-Geek in einem Actionfilm Amok laufen und der Filmfigur Slater und uns erklären, wie die Stereotype des Genres funktionieren. Danny kennt jedes Klischee, er kann Slaters One Liner aufsagen, bevor dieser nur darüber nachdenkt – und zu Slaters coolen Sprüchen gehört natürlich auch ein “Ich komme wieder”.

Arnie hat sichtlich Spaß, wenn er Slater spielen darf und sich über einen Namen wie Schwarzenegger lustig macht – “Gesundheit”. Es ist fast Schade, dass wir nie einen Arnold Schwarzenegger als Jack Slater in einem ebensolchen Fun-Actionfilm zu sehen bekommen haben. Er erfreut sich an seiner Möglichkeit, sich über sein 80er Jahre Image und über das gesamte Genre amüsieren zu dürfen, wobei John McTiernans eigenes Werk Stirb Langsam an vorderster Front angeprangert wird.

Hier kommt Charles Dance als schurkischer Benedict ins Spiel, ein Charakter der ursprünglich für Alan Rickman geschrieben worden ist, der wiederum John McClanes Gegenspieler in eben jenem Stirb Langsam war. Aber auch Dance liefert Boshaftigkeit in vollster Effektivität ab. Er ist der James Bond-Handlanger, den wir gerne sehen würden. Er beginnt als rechte Hand von Tony Vivaldi (Anthony Quinn), bevor er sich mit seinem Glasauge (weil jeder Handlanger auch eine markante Körperverstümmelung benötigt) von diesem lossagt und mit Dannys Ticket in die Realwelt überwechselt, um sich vom Film-im-Film zum Filmschurken zu machen.

Und hier kann Last Action Hero dann mittendrin noch einmal Fahrt aufnehmen. Während Danny bis hierher die Regeln des Genres von Innerhalb erklärt hat, muss er nun den Babysitter für Jack Slater übernehmen, der Benedict in die Realwelt folgt, wo es auf einmal schmerzt, wenn man mit bloßer Faust durch eine Fensterscheibe schlägt und der Actionheld nicht mehr so einfach über Autodächer hüpfen kann, um eine Verfolgungsjagd schnell zu beenden.

Last Action HeroIn dieser Realwelt trifft Jack Slater gar auf den Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der auf dem roten Teppich einer Filmpremiere nichts besseres zu tun hat, als sein Planet Hollywood Restaurant zu bewerben und sich von seiner Ehefrau hierfür ermahnen zu lassen.

Neben zahlreichen Gastauftritten – Robert Patrick als T-1000, Sharon Stone aus Total Recall, Danny DeVitos Stimme, Sylvester Stallones Gesicht auf dem Pappaufsteller zu Terminator, Jean-Claude van Damme, MC Hammer, Tina Turner oder gar Ian McKellan – ist Last Action Hero am besten als Mainstream Fantasy-Variante zu Giuseppe Tornatores 1988er Cinema Paradiso (ja, wirklich!) zu verstehen, so wie Arnold Schwarzenegger eben auch Hamlet ein bisschen anders spielen würde: “Sein oder Nichtsein?! Nichtsein!”, Explosion und Ende.

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