Arnold Schwarzenegger

Kaktus Jack (1979)

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Arnold Schwarzenegger zieht als Road Runner durch den Wilden Westen, während er von Wile E. Coyote Kirk Douglas gejagt wird. Unter Regisseur Hal Needham wird der 1979er Kaktus Jack tatsächlich zu einer nahen Realverfilmung dieses Warner Cartoons, in dem Arnie allerdings nicht Road Runner heißt, sondern “Handsome Stranger”, ja, “Das ist mein Name”, muss er selbst im Film kommentieren.

Handsome Stranger ist ein naiver, gutmütiger, wenn auch etwas langsam denkender Cowboy, der die wunderschöne Charming Jones (Ann-Margret) durch den Westen eskortiert. Da die Dame von ihrem Vater eine gehörige Summe Geld bekommen hat und bei sich trägt, ziehen sie die Aufmerksamkeit des alten Gauners Cactus Jack Slade (Kirk Douglas) auf sich, der mit den kreativsten Ideen versucht, ihnen ihr Hab und Gut abzuluchsen, aber immer wieder an dem unmöglichen Glück des reisenden Paares scheitert.

Kaktus Jack

Cactus Jack (Kirk Douglas) hat eine Auseinandersetzung mit seinem Pferd Whiskey

Slapstick heißt in Kaktus Jack, dass Kirk Douglas im Beisein eines Bankangestellten eine Anleitung für Dynamit lesen darf, da er vor hat, den prall gefüllten Safe zu sprengen.  Er spricht mit seinem Pferd Whiskey, dass ihm nur höchst widerwillig zu folgen scheint. Er muss im besten Comedy-Style vor einem heran rollenden Felsen davonlaufen, wie es später auch Indiana Jones Harrison Ford machen wird.

Tatsächlich treibt es der Film so weit, dass der Halunke einen Tunnel auf einen Berg zeichnet, durch den Arnie und Begleitung durchfahren, während er selbst beim skeptischen Hinterher-Test vor die Wand rennt.

Damit erinnert Kaktus Jack ganz schnell an einen Mel Brooks Spoof Movie und sicherlich hat sich Hal Needham an dessen bereits 1974er Film Der wilde wilde Westen mit Gene Wilder orientiert, erreicht aber trotz abgedrehter Ideen niemals dessen Absurdität.

Die stärkste Wirkung erzielt hier die Musik von Bill Justis, der mit seinen Kompositionen jede Szene unterstreicht. Er begleitet jeden Witz, mag er noch so abgedroschen sein. Jede Handlung wird Ton für Ton untermalt, wie wenn eine Cartoonfigur eine Treppe hinauf geht und die Musik dabei immer eine Note mit nach oben geht. Die klassische Vorgehensweise eines Cartoons, hier im Realwelt-Western-Setting.

Arnold Schwarzenegger darf nach seinem Wrestling-Kostüm in Mister Universum nun Klamotten tragen, die so überhaupt nicht nach Wilder Westen ausschauen, eher nach lustig-bunten Karnevalskostüm. Immerhin scheint es eine ganz besonderen Fähigkeit zu haben: denn ganz gleich wie dreckig die Reise wird, seine Kleidung ist immer blitzeblank sauber.

Darüber hinaus hat Arnie hier nicht allzu viel zu tun. Er sitzt auf seiner Kutsche und grinst debil – was aber die Rolle auch von ihm verlangt, während Kirk Douglas die größte Arbeit leistet. Im Original heißt der Film nun mal auch The Villain, womit der Fokus klar auf dem Jäger und nicht auf dem Gejagten liegt.

Kaktus Jack

Im Handbuch für Wild West-Schurken soll geschrieben stehen, wie man eine Bank beklaut

Die Tragik von Kaktus Jack ist also, dass Arnold Schwarzenegger noch immer nicht mehr machen darf, als sich in dümmlichen Kostümen zu zeigen, anstatt wirklich ein wenig Erfahrung im Schauspiel zu machen. Dabei bleibt sein Gesicht starr wie ein Holzbalken. Eine Nicht-Fähigkeit, die er erst später ablegen konnte.

Derweil gelingt es Needham zwar, seine Road Runner Witze im Film zu positionieren, bleibt dabei aber unfassbar unkreativ, wenn er nur Dinge ausprobiert, die man vorher bestimmt schon einmal in einem Cartoon sehen konnte – ob nun Road Runner und der Coyote, ob Speedy Gonzales, Tweety und der Kater Sylvester oder Tom und Jerry – neue und eigene Ideen kann er in Kaktus Jack nicht präsentieren.

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