Selbst ein Dwayne Johnson hat unter seinem Wrestling-Künstlernamen The Rock seine Filmkarriere gestartet. Zum Beispiel war er noch als solcher unterwegs, als er 2003 in Peter Bergs Welcome To The Jungle Arnold Schwarzenegger in einer kurzen Szene die Hand reichen durfte, um so dessen Muskelpaket-Actionfilmkarriere-Erbe anzutreten. Also darf man sich ebenso wenig darüber wundern, dass Arnold Schwarzenegger wiederum zuerst als Arnold Strong unterwegs war, um so seine übermäßigen Muskelmassen auch namentlich zur Geltung zu bringen. Und es passt doch irgendwie auch, wenn er dann 1970 ausgerechnet als der starke Halbgott Hercules in New York unterwegs ist.

Arnold ist also Hercules, der auf dem Olymp festsitzt und nur ach zu gerne unter den Menschen auf der Erde wandeln würde. Aber das möchte ihm sein Vater Zeus (Ernest Graves) nicht erlauben, schickt ihn dennoch irgendwann zu den Sterblichen hinab. Hercules wird nach seinem unerhörten Wunsch aus dem Olymp verbannt und landet genau dort, wo er gerne hin möchte. Was für eine Strafe! Dann will er gar nicht mehr zurück, soll aber zurückgeholt werden. Die oberen Götter handelt extrem konfus, unüberlegt und ineffizient im Falle Hercules in New York.

Hercules in New York
Arnold Schwarzenegger trifft als Hercules auf Pretzie (Arnold Stang)

Auf der Erde darf sich Hercules Arnold Schwarzenegger mit den New Yorkern herumschlagen. Jede dieser Szenen läuft am Ende darauf hinaus, dass der Halbgott irgendetwas mit seiner göttlichen Stärke und Kraft anstellt. So wirft er ein Taxi um, verprügelt Leute oder ringt mit einem entflohenen Bären(kostüm) im Central Park.

Dabei trifft er irgendwann auf den klein-wieseligen Pretzie (Arnold Stang), mit dem der Film ein “Der Starke und der Lustige”-Duo aufbaut, bevor Hercules am Ende gar zum Profi-Wrestler wird. Dabei muss sich Hercules oder Arnold Strong oder Schwarzenegger niemals The Rock nennen, während es allerdings auch im wirklichen Leben einen tatsächlichen Wrestler namens Hercules gab, hinter dem allerdings Raymond Fernandez steckte, der seine Karriere unter diesem Namen lange nach dem Film in 1981 begann.

Zeus, der nun glaubt, dass sich Hercules wie ein Narr aufführt und den Ruf der Götter ruiniert, schickt Merkur, Nemesis und andere Götter auf die Erde, um seinen Sohn zu stoppen und zurück zum Olymp zu bringen. Nemesis gelingt es gar, den Halbgott zu vergiften und ihm seiner Kräfte zu berauben, so dass er auf einmal menschlich unter Menschen sein muss, was ihm ganz und gar missfällt.

Hercules in New York
Hercules zeigt seine Muckis

Regisseur Arthur Allan Seidelman hat Arnold Schwarzenegger hier mit furchtbaren Schauspielern umgeben, damit dessen Spiel wiederum etwas besser erscheint. Das widerspricht der heutigen Logik, noch unerfahrene Schauspieler mit bekannten und etablierten Namen Hollywoods zu stärken, um so das Niveau eines Films zumindest durch Nebenrollen anzuheben. Hier aber bekommen wir mit Hercules in New York einen Film, der darauf ausgerichtet ist, Arnold Schwarzenegger gut dastehen zu lassen, während der Rest – Darsteller, Handlung, Dialoge – in die zweite Reihe verdrängt werden (oder gar in die letzte Reihe).

Betrachtet man ganz losgelöst hier die Leistung von Arnie, so muss einfach auffallen, wie wenig er zu bieten hat. Lediglich die Muskeln dürfen beeindrucken – das weiß der Film auch – während seine Mimik starr und gelangweilt wirkt und er nicht mehr ist als ein Haufen Fleisch dass durch die Handlung geschoben wird. Seine Dialoge wurden wiederum synchronisiert – nicht nur etwa für eine deutsche Fassung, sondern selbst im Original, da sein österreichischer Akzent noch zu ausgeprägt gewesen sei, als dass man ihn auf das englischsprachige Publikum loslassen wollte.

Hercules in New York ist ein trashiger Low Budget Müllfilm, der allerdings seinen Zweck nur allzu gut erfüllt, wenn man ihn erkennt. Und das sollte nicht allzu schwer fallen. Hier ist alles nur darauf ausgelegt, Arnold Strong (Schwarzenegger) der Filmwelt bekannt zu machen und auf seine hier noch größte Stärke – die Muskeln – hinzuweisen, um damit einen Weg nach Hollywood frei zu kämpfen.