Während der erste Film von John Milius noch überaus düster daher kam, ist Neu-Regisseur Richard Fleischer einen leichteren Weg gegangen, als er 1984 das Sequel Conan, der Zerstörer nach der Comicfigur von Robert E. Howard inszeniert hat. So darf Arnold Schwarzenegger in der Rolle des barbarischen Cimmerier hier schon zu Beginn ein Pferd mit einem Faustschlag zu Boden befördern um danach gegen eine Horde von feindlich gesinnten Kriegern ein eher trashig-lustiges Schwertkampf-Blutbad anzurichten.

Denn er wird gemeinsam mit seinem diebischen Freund Malak (Tracey Walter) von Königin Taramis von Shadizar (Sarah Douglas) aufgesucht, die den Barbaren durch den Angriff ihrer Soldaten testen will um ihn anschließend loszuschicken ihre Nichte Jehnna (Olivia d’Abo) Geleitschutz zu geben. Zuerst sträubt Conan sich, doch dann wird ihm versprochen, dass seine verlorene Liebe Valeria zum Leben erweckt werden würde, wenn er der Königin ihren Wunsch erfüllt.

Jehnna soll als Jungfrau in der Lage sein, dass mit Juwelen besetzte Horn des schlafenden Gottes Dagoth an sich zu bringen. Auf ihrer Reise werden Conan, Malak und Jehnna von Bombaata (Wilt Chamberlain) begleitet, den Kapitän der königlichen Garde, sowie von dem Zauberer Akiro (Mako) und der Kriegerin Zula (Grace Jones).

Conan, der Zerstörer
Dieb Malak (Tracey Walter), Zauberer Akiro (Mako) und Kriegerin Zula (Grace Jones), v.l.n.r.

Eine illustre Truppe, die in bester Fantasyfilm-manier durch das Land zieht und die unterschiedlichsten Abenteuer erlebt. Man kann Conan, der Zerstörer auch als beste Dungeons & Dragons-Verfilmung bezeichnen – der Film kommt diesem Pen & Paper-Rollenspiel in allen Belangen näher als die tatsächliche Verfilmung (2000) mit dem überschwänglich theatralisch spielenden Jeremy Irons.

Wir dürfen uns an überaus betonungslos klingenden Dialogen amüsieren, die Schwarzenegger mit starrer Mimik abliefert. Hinzu kommt eine Artikulationsstärke, als sei dem Hünen gerade ein Hammer über den Kopf gezogen worden. Aber das passt. Immerhin ist Conan ein Barbar und ein Zerstörer und kein aristokratisch gebildetes Sprachgenie.

Wir müssen immer in Erinnerung behalten, dass Schwarzenegger sich am Beginn seiner Karriere befindet und eine Figur wie Conan nur allzu gut für diesen Moment seines Star-werdens geeignet ist. Der Barbar, der als Sklave aufgezogen wurde und der in der Kriegskunst unterrichtet ist. Das rechtfertigt die stumpfe Art und Weise mit der Conan seine wenigen Wortfetzen von sich geben darf.

Er lässt dann eben doch lieber das Schwert sprechen. Obwohl ihm in Conan, der Zerstörer nun auch Schwächen und Ängste mitgegeben wurden, ohne dass wir dabei von Charaktertiefe sprechen wollen. In erster Linie sind es all die Dinge, die mit Magie in Verbindung stehen: “Was nützt schon ein Schwert gegen Magie?” Und ausgerechnet von dieser Magie gibt es in diesem Sequel recht viel zu sehen.

So muss sich der Barbar oder Zerstörer oder vielleicht auch irgendwann einmal König (was am Ende von Conan, der Zerstörer angedeutet wird, aber nie gefilmt wurde) hier mit bösen Zauberern und guten Magiern abgeben, er muss Visionen über sich ergehen lassen, einem Vogel bestehend aus Rauch entgegen treten, kristallene Schlösser aufsuchen, gegen Echsenmonster und andere Ungetüme kämpfen. Alles recht magische, nicht natürliche Dinge, denen Conan hier ausgeliefert ist.

Ausgeliefert ist er aber auch der Kriegerin, der Grace Jones soviel Charisma verleiht, dass sie zur Attraktion dieses Films wird. Sie bringt äußerst viel Enthusiasmus in ihre Rolle, ohne es zu übertreiben. Ebenso spielt sie mit Leidenschaft, als wolle sie sich für weitere Rollen empfehlen. Mit ihrer Rockstar-Attitüde ist es ihr dann immerhin gelungen, nur ein Jahr später an der Seite von Christopher Walken zum Bond-Bösewicht-Duo in Im Angesicht des Todes zu werden.

Conan, der Zerstörer
Darf im Sequel mehr Spaß haben: Arnold Schwarzenegger als CONAN

Das Miteinander von Grace Jones und Arnold Schwarzenegger in Conan, der Zerstörer ist aber auch die größte Schwäche des Films, obwohl beide Darsteller ihre jeweilige Figur großartig spielen. Aber das Feuer, das Conan im ersten Film noch durch den Rachefeldzug gegen den Mörder seiner Eltern angetrieben hat, ist hier nun auf seine Begleiterin übergesprungen, während Arnie mit einem Conan zu kämpfen hat, der scheinbar ziellos in der Welt umher irrt und keine wirkliche Lebensaufgabe zu meistern hat – und dementsprechend keine zornige Leidenschaft entwickeln kann.

Conan, der Zerstörer bleibt aber einfach humorvoller als Conan, der Barbar, kommt nicht mehr ganz so finster daher, was diesem Franchise schlicht gut tut. Das Sequel zeigt darüber hinaus das bessere Storytelling, das einige Umwege nimmt bevor es die Heldengruppe letztendlich zum Ziel führt. Dadurch wird Richard Fleischers Fortsetzung zu einem wunderbaren Unterhaltungs-Fantasyfilm, der nicht nur charismatisch, sondern auch weitaus zugänglicher wirkt, als sein Vorgänger.