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Der wunderschöne Jugendfilm AMELIE RENNT mit Mia Kasalo

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Auf dem Land ist erstmal alles Scheiße. Zumindest ist das die Grundeinstellung einer Großstadt-Göre in Amelie rennt. Die waschechte Berlinerin ist natürlich viel zu cool für Wälder, Berge, Natur und so – kein Empfang mit dem Handy bedeutet die Auslöschung der eigenen Existenz. Umso dramatischer erscheint es ihr, wenn ihre Eltern entscheiden, sie wegen ihrer Asthmaerkrankung in eine Reha-Klinik in die südtiroler Berge zu schicken. Das Mädchen, dass ihre Krankheit zu ignorieren versucht, muss sich mit allem konfrontieren lassen, was ihr Unlieb ist.

Amelie, die wundervoll frech und eigensinnig von Mia Kasalo gespielt wird, will ein starkes Mädchen sein, muss sich aber oftmals äußeren (Eltern und Ärzte) und inneren (ihre Krankheit) Gegebenheiten geschlagen geben. Das versteht sie als Niederlagen, die sie mit ihrem Dickkopf zu überspielen versucht. Dennoch gelingt es Kasalo – Jahrgang 2003! – das wir sie in ihrer Rolle lieb gewinnen, ihren Kampf durchaus verstehen, mit ihr zusammen auf Abwehrhaltung gehen.

Amelie rennt

Amelie wird von ihren Eltern in die südtiroler Alpen verfrachtet.

Regisseur Tobias Wiemann verfällt dabei nicht dem Stereotyp, seiner Protagonistin einen anderen Antagonisten gegenüber zu stellen als ihre eigene Sturheit. Er zeigt uns einfühlsam die Versuche der Eltern – von Susanne Bormann und Denis Moschitto (ohnehin ein Zugewinn für jeden deutschen Film) – der Tochter bei ihrem Asthma-Problem zu helfen. sowie die Bemühungen der Mitarbeiter der Reha-Klinik (darunter Jasmin Tabatabai und Jerry Hoffmann) das Mädchen vom Sinn der Behandlung zu überzeugen.

Wo die Erwachsenenwelt mit ihren erwachsenen Worten und ihrer erwachsenen Sicht auf die Dinge einmal mehr scheitert, ist es der 15 Jahre junge Bart, eigentlich Bartholomäus (Samuel Girardi) der sich zuerst zwar mit Amelie am necken ist, dann aber einen Zugang zu ihr findet und sie auf einer Tour zum Gipfel der Berge begleitet.

Amelie rennt

Amelie und Bart auf ihrem Alpenabenteuer

Das Zusammenspiel der beiden Jungdarsteller zeigt sich als überaus geglückt. Die anfänglichen Antipathien sind amüsant und ebenso weiß der Film die Berliner Rotzigkeit gegen den charmanten tiroler Akzent auszuspielen. Aber auch die Annäherungen der beiden Kinder geschieht in einer guten Erzählung und Geschwindigkeit, so dass es glaubhaft bleibt, wie sich diese gegensätzlichen Pole doch noch zusammen tun um ihr Abenteuer zu bewältigen.   

Amelie rennt hätte weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient als all die Franchise-Kinderprodukte, die in regelmäßigen Abständen abgefeuert werden und zumeist allzu albern als pure Spaß-Bonbons daherkommen. Hier zeigt sich, wie ein wirklich starkes Mädchen sich aufmacht, eine neue Welt zu entdecken und dabei lernt ihre Probleme zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen.

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