Das Schönste an A Cure For Wellness, einem skurrilen Sci-Fi Film von Fluch der Karibik-Regisseur Gore Verbinski, ist die Kamera von Bojan Bazelli. Er fängt hübsche Landschaftsaufnahmen ein und paart sie mit beengt, beängstigenden Momenten, die dem Film eine absonderliche Atmosphäre aufdrücken. Das war’s dann aber auch schon mit der Schönheit des Films.

In A Cure For Wellness geht es um den jungen Banker Lockhart (Dane DeHaan), der damit beauftragt wird, den Firmenchef Roland Pembroke aus einem Wellness-Resort in den Schweizer Alpen zu holen, damit dieser in New York eine wichtige Unterschrift leisten kann. Lockhart hält sowohl die Einrichtung als auch deren Leiter Dr. Heinreich Volmer (Jason Isaacs) für zwielichtig.

Als er das Wellness-Center wieder verlassen möchte, wird mit allen Mitteln versucht ihn dort festzuhalten. Er trifft auf ein junges Mädchen namens Hannah (Mia Goth), die sich als ein spezieller Patient der Anstalt herausstellt. Lockhart vertieft sich in seine Nachforschungen und findet heraus, dass die Einrichtung makabere medizinische Therapien an seinen Patienten durchführt, die etwas mit den besonderen Eigenschaften des lokalen Grundwassers zu tun haben.

A Cure For Wellness
Lockhart (Dane DeHaan)

Wer zuletzt Dane DeHaan noch in Luc Bessons Sci-Fi Giganten Valerian – Die Stadt der tausend Planeten gesehen hat, wird hier merken, dass der Schauspieler in kleinen, ruhigen Rollen viel besser funktioniert. DeHaan sollte sich an Filme wie A Cure For Wellness oder Anton Corbijns Life (wo er James Dean verkörpert hat) halten und sich nicht auf all die Amazing Spider-Mans und Valerians einlassen. Hier geht er ganz in seiner Rolle auf, gibt seiner Figur dadurch ein klares Charakterbild in einer Handlung, die gerne ebenso viel Klarheit hätte gebrauchen können.

Gore Verbinski, dessen Filmografie nach Fluch der Karibik mit Rango und Lone Ranger (ein Johnny Depp-Freund) eher abgerutscht ist, versucht hier den Genre-Switch hin zum Sci-Fi Horror, bei dem man zwischendurch aber immer wieder in Versuchung gerät, über den Trash-Faktor des Films ins Lachen zu geraten. Oder aber man schaltet sein Hirn gänzlich ab, weil nichts von alledem noch einen Sinn zu ergeben scheint.

Das heißt nicht, dass Verbinski sich nicht einige äußerst effektive Momente ausgedacht hätte. Wenn Dane DeHaan auf einem Stuhl gefesselte sitzt und ein Bohrer seinen Zähnen immer näher kommt, möchte man schon wegschauen. Das macht man dann spätestens, wenn dieser Bohrer sich tatsächlich durch einen seiner Zähne bohrt und DeHaan mit offenem Mund versucht seinen Schmerzen Ausdruck zu verleihen.

A Cure For Wellness
Dr. Heinreich Volmer (Jason Isaacs)

Aber vielleicht liegt hier auch das Problem von A Cure For Wellness. Der Film möchte unbedingt dieser krankhafte Psycho-Horror sein, während Verbinski sein ständiges Verlangen nach Epik ausleben will. Hier scheitert der Film, der mit seinen zweieinhalb Stunden Laufzeit tatsächlich episch wirkt: episch-lang, episch-langatmig.

Darüber hinaus zeigt sich, dass Verbinski kein Mann für düstere Momente ist, weil er immer wieder das Popcorn auf den Tisch stellt. Interessant wäre A Cure For Wellness gewesen, hätte man den Namen David Fincher auf dem Regie-Posten gelesen.

Unter einem Filmemacher wie ihm, wäre A Cure For Wellness vermutlich zu einem düsteren Medizin-Thriller geworden. So bekommen wir ein konfuses Trash-Spektakel in Überlänge, das darüber hinaus einen so exzessiven Showdown präsentiert, dass man denken könnte, auf einmal in einem ganz anderen Film zu sitzen – was kein schlechtes Gefühl ist.